Wien ORF.at
wetter.ORF.at
MO | 13.02.2012
Bagger auf Friedhof (Bild: APA/HANS KLAUS TECHT)
BRAUCHTUM
Auch Grabsteine haben Friedhof in Wien
Erlischt das Benutzungsrecht einer Grabstelle, erlischt auch die Existenzberichtigung der Grabsteine. Die an die 200 Kilo schweren Granitplatten werden dann in Wien-Oberlaa verarbeitet.
"Ausbürgerungsverfahren" nach Frist
"Unvergessen" steht zwar auf vielen Grabsteinen, aber die Realität sieht oftmals anders aus. Wird das Benützungsrecht einer Grabstätte nämlich nicht verlängert, beginnt für den Verblichenen das langsame "Ausbürgerungsverfahren".

"Zum Beispiel, wenn die Angehörigen nicht mehr zahlen oder keine Nachkommen da sind. Aber zunächst geschieht mindestens zwei Jahre lang nichts", sagt Andrea Rauscher, Sprecherin der Wiener Friedhöfe. Verstreicht diese Frist ebenfalls, wird das Grab aufgelöst.
3.500 Tonnen Grabstätten im Jahr 2008 betroffen.
Gebeine werden exhumiert
Der Sarg wird aus seiner Einheitstiefe von 2,70 Meter gehoben, die Gebeine werden exhumiert und 30 Zentimeter darunter wieder eingegraben. Mit Urnen wird ebenso verfahren. Es folgt die Entfernung von Grabstein, Grabplatte und Einfassung.

Erst dann ist alles bezugsfertig für die "Nachmieter". 2008 wurden allein in Wien 3.500 Tonnen Grabstätten rezykliert.
Bagger auf Friedhof (Bild: APA/HANS KLAUS TECHT) Verarbeitung von 2.500 Tonnen jährlich
Die Firma ContraCon in Oberlaa verarbeitet jährlich rund 2.500 Tonnen Grabsteine. "Allein vom Zentralfriedhof bekommen wir bis zu vier Ladungen zu je drei bis sechs Tonnen täglich", so Firmenchef Wolfgang Lindner.

In seltenen Fällen wird aus den feingravierten Granitplatten, für die heute fünfstellige Eurobeträge zu bezahlen wären, Kopfsteinpflaster.
Ganz Österreich
Wien News

 
TV-Programm TV-Thek Radio Österreich Wetter Sport IPTV News