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MI | 11.04.2012
Johannes Hahn und demonstrierender Student (Bild: APA/Robert Jäger)
WISSENSCHAFT
BOKU-Eröffnung mit Studentenprotest
Rund 50 Studenten haben die Eröffnung des Vienna Institute of BioTechnology (VIBT) der Universität für Bodenkultur (BOKU) in Wien-Döbling als Protestplattform genutzt. Das VIBT bietet 24.000 Quadratmeter Platz für Forschung.
Stumme Lauscher bei den Festreden zur BOKU-Eröffnung.
Verklebte Münder
Es hätte eigentlich eine feierliche Eröffnung in Anwesenheit von Wissenschaftsminister Johannes Hahn (ÖVP) werden sollen. Doch der Minister zog es vor, das Gebäude durch einen Seiteneingang zu betreten.

Vor dem Eingang zum Festsaal des Neubaus führten die Studenten das Stück "Von der Bildung zur Ausbildung - Ein Drama in drei Akten" auf. Die Festreden verfolgten sie stumm mit verklebten Mündern. Auf den Klebebändern waren die Worte "normiert" und "konform" zu lesen.
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BOKU-Hörsaal für 400 Studenten gefordert
"Nun wollen wir die Vorträge ruhig über uns ergehen lassen, den Rednern zuhören und alles, was sie sagen, als gegeben hinnehmen", hieß es auf Flugblättern, die unter den Festgästen verteilt wurden.

Der Protest der Studenten richtete sich gegen die Platzprobleme an der BOKU am Standort Türkenschanze und in der Muthgasse. Unter anderem forderten sie den Bau eines Hörsaals für 400 Studenten auf der Türkenschanze.
Studenten mit verklebten Mündern, dahinter Johannes Hahn und Franz Fischler (Bild: APA/Robert Jäger)
Wissenschaftsminister Hahn bei der Boku-Eröffnung (Bild: APA/Robert Jäger) Hahn: Andrang muss bewältigt werden
Ein Statement des Wortführers der Studenten wurde durch die Blasmusik abgebrochen. Die Demonstranten verfolgten dann stumm die Aussagen der Redner, die schlussendlich doch auf die Proteste Bezug nahmen.

BOKU-Rektor Martin Gerzabek betonte, dass das VIBT durch vier zusätzliche Professuren zu einer deutlichen Verbesserung der Betreuungsverhältnisse führen werde.

Hahn betonte, dass er sich über den regen Studentenandrang an der BOKU freue. Dort hat sich die Zahl der Inskribierten laut Gerzabek seit 2002 verdoppelt. Allerdings müsse man überlegen, wie man diesen "Zuspruch verarbeiten und bearbeiten kann". Schließlich wolle man nicht nur maximal viele Studienanfänger, sondern auch Absolventen, so Hahn.
Neues BOKU-Gebäude VIBT
Am neuen VIBT wurde rund zwei Jahre gebaut. Es ist über eine Holzfachwerkbrücke mit dem Institutsgebäude Muthgasse verbunden. Insgesamt 24.000 Quadratmeter stehen für universitäre und private Forschung, Entwicklung und Ausbildung zur Verfügung.

Rund 300 Nano-Forscher und Biotech-Experten werden im VIBT forschen und lehren. Dabei geht es unter anderem um Voraussetzungen für eine intakte Umwelt, die Entwicklung neuer Medikamente, Fragen zu Ernährung und Allergieforschung sowie den Schutz des Bodens und des Wassers. Der Neubau kostete 60 Mio. Euro.
"Meilenstein für Forschungsstandort Wien"
Wissenschaftsminister Hahn sprach von einem "weiteren Meilenstein für den Forschungsstandort Wien". Das VIBT sei ein Beleg dafür, dass österreichische Universitäten dank gezielter Schwerpunktsetzungen international reüssieren und Standards in der Grundlagenforschung setzen könnten.

Rektor Gerzabek wies daraufhin hin, dass der Biotechnologiestandort Muthgasse durch seine Partnerschaften mit der Industrie sich schon jetzt zu einem wichtigen Know-how-Zentrum für die biotechnologische Verfahrenstechnik in Lehre und Forschung entwickelt habe.
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