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MO | 13.02.2012
Feuerwehreinsatz (Bild: MA68/Feuerwehr der Stadt Wien)
CHRONIK
Gasblase bei Bohrungen entdeckt
Bei Bohrungen für die U1-Verlängerung ist man Donnerstagabend in Wien-Favoriten auf eine unterirdische Gasblase gestoßen. Es bestand akute Explosionsgefahr. Die Feuerwehr arbeitete stundenlang, um das Bohrloch wieder zu sichern.
Brand konnte von Arbeitern gelöscht werden.
Loch konnte zuerst nicht geschlossen werden
Bei den Probebohrungen in Rothneusiedl sollte eigentlich der Bodenquerschnitt für den Bau der U1 geprüft werden. Stattdessen ist man auf ein Methangas-Feld in rund 38 Metern Tiefe gestoßen.

Das Gas strömte mit großem Druck nach oben. Als der Bohrkopf ausgezogen wurde, kam es zu einer Entflammung: Der Brand konnte vom Bohrtrupp gelöscht werden.

Es gelang den Arbeitern aber nicht das Loch wieder zu verschließen.
Feuerwehreinsatz (Bild: MA68/Feuerwehr der Stadt Wien)
Abdichtungsversuche schlugen anfangs fehl.
Stundenlanger Einsatz
Wegen Explosionsgefahr mussten die Favoritenstraße und die Straßenbahnlinie 67 in dem Bereich gesperrt werden. Die Wiener Feuerwehr hatte dann bis in den frühen Morgen gearbeitet, um weiteren Gasaustritt zu verhindern.

Mehrmals wurde durch den Gasdruck jenes Material, das das Loch verstopfen sollte, wieder herausgeschleudert. Nach rund acht Stunden brachten die Einsatzkräfte eine acht Meter hohe Rohrleitung an, durch die das Gas noch am Freitag in die Luft abgeleitet wurde. Erst wenn der Druck sinkt, soll das Rohr verschlossen werden.

Eine Risiko für die Bevölkerung in Wien-Favoriten wurde ausgeschlossen. Zu Evakuierungen von Gebäuden kam es nicht.
Vorkommen "nicht ungewöhnlich"
Laut Kurt Wurscher von der MA 29 war der Gasdruck Freitagmittag noch zu groß für eine Abdichtung. Die provisorische Ableitung könnte noch das ganze Wochenende im Einsatz bleiben, meinte er.

Wie groß die unterirdische Gasblase sei, sollen weitere Bohrungen ab kommender Woche zeigen. Das Vorkommen von hohen Methangas-Konzentrationen stelle man bei Bauarbeiten immer wieder fest, so Wurscher. "Es kann vorkommen, ist aber kein Standardfall."

Im Bereich der Favoritenstraße befinde sich die geologische Zone aus der die Thermen Oberlaa und Baden ihre heißen Quellen beziehen würden. Es sei daher nicht ungewöhnlich und möglich, dass aus der Tiefe durchgesickertes Gas sich unter eine undurchlässigen Gesteinsschicht gesammelt habe, so Wurscher.
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