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DI | 14.02.2012
Natascha Kampuschs Mutter, Brigitta Sirny (Bild: APA/Markus Leodolter)
JUSTIZ
Kampusch-Mutter gegen Adamovich: Prozess
Nach der Klage von Natascha Kampuschs Mutter, Brigitta Sirny, gegen Ludwig Adamovich, Leiter der Evaluierungskommission zum Fall Kampusch, steht nun ein Prozess bevor. Sirny hatte Adamovich wegen übler Nachrede geklagt.
Die Aussagen von Adamovich wollte sich die Mutter von Natascha Kampusch nicht gefallen lassen.
Adamovich-Anwalt: Keine üble Nachrede
Adamovichs Anwalt, Christoph Herbst, brachte jetzt beim zuständigen Straflandesgericht Wien eine Entgegnung ein. Nun müsse die zuständige Richterin einen Verhandlungstermin festsetzen, so Herbst.

"Die Antwort von Herrn Adamovich wird jetzt - in den nächsten Stunden - eingebracht", sagte der Anwalt. "Nicht überraschend, sagen wir, dass es eben keine üble Nachrede war."

Angeführt werde auch, warum es gerechtfertigt gewesen sei, bestimmte Dinge in der Öffentlichkeit zu sagen. Weitere inhaltliche Details der Stellungnahme wollte Herbst nicht nennen.
Ludwig Adamovich (Bild: APA/Roland Schlager)
Adamovich will den "Wahrheitsbeweis" antreten.
Hintergrund der Privatklage
Der Leiter der vom Innenministerium eingesetzten Evaluierungskommission hatte in einem Interview mit der "Kronen Zeitung" unter anderem erklärt, die Zeit ihrer Gefangenschaft wäre für Kampusch womöglich "allemal besser" gewesen "als das, was sie davor erlebt hat".

Sirnys Rechtsanwalt Wolfgang Miller brachte wegen dieser und ähnlicher Aussagen am 3. September eine Klage ein. "Ich bin entsetzt über die geschmacklosen Äußerungen von Dr. Adamovich. Es steht ihm nicht zu, Frau Sirny als Mutter anzugreifen", meinte er damals.

Ex-Verfassungsgerichtshof-Präsidenten Adamovich kündigte an, den "Wahrheitsbeweis" antreten zu wollen.
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