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MI | 11.04.2012
Burgtheater (Bild: Burgtheater/Georg Soulek)
CHRONIK
Uni-Proteste: Burg als Diskussionsforum?
150 bis 200 Studenten haben Samstagabend im Burgtheater während einer Vorstellung gegen die Bildungspolitik protestiert. Direktor Matthias Hartmann überlegt nun laut "Die Presse", das Theater als Forum für Diskussionen zu öffnen.
Diskussionsforum für Experten und Studenten
Man hege "große Sympathien" für die Anliegen der Studierenden, wird Hartmann in der Zeitung zitiert. Das Burgtheater könnte als Diskussionsforum für Studenten, Politiker und Fachleute geöffnet werden.

Im für das Burgtheater zuständigen Unterrichtsministerium hieß es, die Politik mische sich da nicht ein. Wenn Hartmann solche Signale als Teil seines künstlerischen Konzepts sehe, sei das legitim.

Kritik kam hingegen von BZÖ-Chef Josef Bucher. Er sprach von "linken Chaoten", die jetzt auch während Theatervorführungen Krawall machten.
Demonstranten auf der Bühne
Samstagabend gegen 22.00 Uhr, nach der Pause von Alfred de Mussets "Lorenzaccio", standen statt der Schauspieler plötzlich Studenten auf der Bühne und präsentierten ein Transparent mit dem Brecht-Zitat "Schwierigkeiten werden nicht dadurch überwunden, dass sie verschwiegen werden".

Außerdem skandierten die Demonstranten "Wessen Theater? Unser Theater! Wessen Uni? Unsere Uni!"
Geteilte Meinungen im Publikum.
"Frechheit!" und Standing Ovations
Das Publikum reagierte gespalten. Eine erboste Besucherin reagierte mit den Worten "Und wessen Bierdosen sind das da draußen?". Zudem ertönten Rufe "Spielen!", "Auf Wiedersehen", "Frechheit" oder "Schafft die Narren fort!".

Viele Besucher des Burgtheaters unterstützten aber den Protest. Sie spendeten Applaus, teilweise gab es sogar Standing Ovations.
Mit Erlaubnis der Direktion
Nach etwa einer halben Stunde beendeten die Studenten ihre Aktion. Für den Auftritt hatten sie unmittelbar vor Beginn die Erlaubnis der Theaterdirektion eingeholt.

Man sei von der Aktion überrascht worden, entschuldigte sich Vizedirektorin Karin Bergmann auf der Bühne für die Unterbrechung. Die Aspekte Bildung und Kultur seien jedoch so eng miteinander verbunden, dass es opportun gewesen sei, den Studenten die Gelegenheit zu geben, ihre Proteste zu formulieren, so Bergmann danach.
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