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MI | 11.04.2012
Mobbing Feature. (Bild: APA)
CHRONIK
"Bullying" unter Schülern steigt
Aggressives Verhalten unter Schülern - im Fachjargon "Bullying" genannt - wird in Wien immer häufiger beobachtet. Opfer sind oft Jugendliche mit homosexuellen Neigungen. Eine Fachkonferenz will für mehr Bewusstsein sorgen.
Die "Bullying"-Attacken richten sich oft gegen Jugendliche mit homosexuellen Neigungen.
Opfer leiden unter Angst und Depressionen
Charakteristisch für "Bullying" ist die Absicht, das Opfer zu schädigen - weil es eine Eigenschaft hat, die "anders" ist und daher abgelehnt wird. Oft löst eine (homo)sexuelle Neigung "Bullying"-Attacken aus.

Weitere Gründe für Attacken unter Schülern sind die ethnische Herkunft, die soziale Stellung, das Aussehen, die Familienzugehörigkeiten und die Schulleistungen.

Die Folgen können massiv sein: Opfer leiden unter Nervosität, Angststörungen und Depressionen. Schulabbrüche, selbstverletzendes Verhalten und in manchen Fällen auch Selbstmordversuche sind dokumentiert.

Auch die Schule leidet unter den "Bullying"-Attacken. Viele Mitschüler und Lehrer sind mit dem Thema überfordert und schweigen bei Übergriffen oft. Für die Opfer wird dadurch das Gefühl der Isolation verstärkt.
Mehr Fälle auch in Wien
Die Wiener Antidiskriminierungsstelle für gleichgeschlechtliche Lebensweisen (WASt) beschäftigt sich im Auftrag von Stadträtin Sandra Frauenberger (SPÖ) seit Jahren mit dem Thema. In Wien gaben in einer Umfrage rund 30 Prozent der Befragten an, schon einmal "Bullying" mitbekommen zu haben.

In dem EU-Projekt "Schoolmates" wurde homophob motiviertes "Bullying" erforscht. Das Ergebnis: Die Gefahren für homosexuelle Jugendliche werden deutlich unterschätzt. Homophober Sprachgebrauch ist weit verbreitet.
Laut einer Studie sind Maßnahmen zur Sensibilisierung und Anti-"Bullying"-Workshops hilfreich. Diese sollten besonders männliche Jugendliche ansprechen, denn sie sind häufiger Täter, aber auch häufiger Opfer von homophobem "Bullying".
Drei neue Handbücher sollen Betroffenen und Lehrern helfen.
Handbücher für Betroffene und Lehrer
Als Ergebnis des EU-Projekts wurden drei Handbücher zum Thema "Bullying" herausgegeben: ein Ratgeber für betroffene Jugendliche, ein Handbuch für Lehrer sowie ein Leitfaden für Anti-"Bullying"-Workshops.

Die drei Handbücher können über die WASt kostenfrei bezogen werden.
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