Wien ORF.at
MI | 11.04.2012
Burschenschafter (Bild: APA/Herbert Pfarrhofer)
CHRONIK
Polizei befürchtet Ausschreitungen
Die akademische Burschenschaft Olympia feiert dieser Tage in Wien ihr 150. Stiftungsfest. Verschiedene Gruppen haben Gegendemonstrationen angekündigt. Die Polizei befürchtet daher Ausschreitungen.
Wegen der angekündigten Demonstrationen hat die Polizei Platzverbote ausgesprochen.
Jubiläum von Demo überschattet
Die Jubiläumsfeier findet an mehreren Standorten statt. Wegen der Demonstrationen hat die Polizei bereits Platzverbote ausgesprochen. Am Samstag wird in der Hofburg ein großer Festkommers abgehalten.

Platzverbote gelten daher ab dem späten Nachmittag im Bereich des Josefs- und des Heldenplatzes.
Tausend Teilnehmer aus ganz Europa
Zu dem Festkommers werden mehr als tausend Teilnehmer aus ganz Europa erwartet. Die Festrede vor den Burschenschaftern wird FPÖ-Obmann Heinz-Christian Strache halten.

Laut Veranstalter wird Strache in seiner Rede vor allem auf zwei historische Daten eingehen: Vor 90 Jahren wurden die Verträge von St. Germain und Versailles unterzeichnet. Vor 200 Jahre fand der Tiroler Freiheitskampf statt.

Zusätzlich steht der Kommers unter dem Eindruck des 250. Geburtstags von Friedrich Schiller. Von seinen Werken hat sich die burschenschaftliche Bewegung immer inspiriert gefühlt.
Wiener Lichter gegen dunkle Vergangenheit
Gegen die Feier gibt es Kritik und Demonstrationen von verschiedenen Gruppen. Eine Plattform will am Samstag unter dem Titel "Wiener Lichter" protestieren. Die Wienerinnen und Wiener werden dazu aufgerufen, gegen die dunkle Vergangenheit symbolisch eine Kerze anzuzünden und dieses Licht ins Fenster zu stellen.
Organisatoren: Demokratiefeindliche Haltung
Die ARGE Festkommers wies in einer Aussendung am Freitag "hasserfüllte Demonstrationsaufrufe" zurück. Diese zeugten von einer "demokratiefeindlichen Grundeinstellung". Burschenschaften seien auf deutschsprachigem Gebiet die ersten Kämpfer für Demokratie und gegen die absolute Macht der Herrscherhäuser gewesen.

Die Organisatoren "sind besorgt über die Radikalisierung im linken Lager" und verwiesen unter anderem darauf, dass Mitglieder national-freiheitlicher Studentenverbindungen in maßgeblichen, politischen Funktionen für Österreich tätig gewesen seien, darunter die "Gründerväter der Sozialdemokratischen Partei, Viktor Adler, Engelbert Pernerstorfer und Ferdinand Lassalle".
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