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DI | 14.02.2012
Demonstration gegen den Burschenschafter Kommers (Bild: APA/Herbert P. Oczeret)
CHRONIK
Antifaschismus-Demo wegen Olympia-Feier
Wegen dem umstrittenen Burschenschafter-Kommers in der Hofburg haben Samstagabend linke Gruppierungen am Ring gegen Faschismus demonstriert. Zeitgleich fand auch die Aktion "Wiener Lichter" hinter dem Rathaus statt.
Demonstration gegen den Burschenschafter Kommers (Biold: APA/Herbert P. Oczeret) Laut Polizei rund 500 Teilnehmer
Die Polizei zählte rund 500 Teilnehmer. Die Demonstranten trafen sich vor der Universität und zogen gegen 19.00 Uhr gegen die Fahrtrichtung am Rind zur Hofburg. Die Protestierer forderten in Sprechchören unter anderem "Nieder mit der FPÖ" oder "Nazis aus der Hofburg raus".

Unterstützt wurden sie von Audimax-Besetzern, so stand etwa auf einem Plakat "Unis besetzen, Nazis räumen". Aufmerksamkeit erregte der Demozug bei den Besuchern des Christkindlmarkts vor dem Rathaus.

Hinter dem Rathaus fand unterdessen die Aktion "Wiener Lichter" statt, bei der Kerzen symbolisch gegen die "dunkle Vergangenheit" entzündet wurden.
Spontane "Kundgebung" vor der US-Botschaft.
Keine größeren Zwischenfälle
Zu vereinzelten, aber weitgehend unspektakulären Ausklängen der Antifaschismus-Demonstration am Ring kam es um die Universität und die US-Botschaft, nach Angaben der Polizei gab es eine Festnahme nach einer Attacke auf einen Exekutivbeamten.

Vor der US-Botschaft in der Boltzmanngasse am Alsergrund versammelten sich nach Polizeiangaben rund 60 Personen zu einer "Spontankundgebung", die sich aber weniger in lautstarken Protesten als in der gemeinsamen Einnahme alkoholischer Getränke unter behördlicher Beobachtung ausdrückte.

Kurzfristig etwas lebhafter zu ging es im Zuge der Auflösung der Kundgebung in der Nähe der Uni, wo eine Gruppe Vermummter drei Passanten attackierte. Die Polizei schritt ein, im Zuge der Identitätsfeststellungen wurde ein Beamter attackiert, worauf eine Person festgenommen wurde.
Beamte aus den Bundesländern wurden zur Verstärkung angefordert.
Großeinsatz der Polizei
Zwischen den beiden Gruppierungen stand die Wiener Polizei, die sich anlässlich der Feierlichkeiten in Alarmbereitschaft befand. Ausschreitungen wurden befürchtet.

Als Verstärkung wurden Beamte aus den Bundesländern angefordert, die mit einigen Hundert Polizisten und umfangreichen Platzverboten Streitparteien auseinander hielten.
Teilnehmer beim eintreffen vor Beginn des Festkommers der national-freiheitlichen.Studentenverbindung Olympia (Bild: APA/Herbert Neubauer) Festredner Heinz Christian Strache
Bereits seit den Mittagsstunden war der Josefplatz gesperrt, später der gesamte Heldenplatz, der Ballhausplatz und der Michaelerplatz. Zudem wurde der U3-Ausgang Herrengasse geschlossen. Zutritt hatten nur Anrainer und Gäste des Stiftungsfestes.

Olympia, der auch der dritte Nationalratspräsident Martin Graf angehört, feierte ihr 150-jähriges Bestehen mit Gästen aus Europa. Als Festredner trat FPÖ-Obmann Heinz-Christian Strache auf: Die "Vorväter" der Burschenschafter hätten stets für Demokratie und Freiheitsrechte gekämpft, meinte Strache und betonte die "Friedlichkeit" der Veranstaltung.
Gegendemonstrationen am Freitag
Freitagabend demonstrierten laut Polizei rund 300 Teilnehmer im Bereich Gumpendorfer Straße gegen den Festkommers. Die Demonstranten zogen durch Mariahilf in Richtung Innere Stadt. Gegen 21.30 Uhr erklärten die Veranstalter am Schillerplatz die Demonstration für beendet.

Rund 120 Personen demonstrierten anschließend spontan vor dem Gebäude der Deutschen Botschaft in Wien-Landstraße. Bei beiden Demonstrationen kam es laut Polizei zu keinen Zwischenfällen.
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