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MI | 11.04.2012
Österreichs erstes Null-Energie-Hotel (BILD: APA/Boutiquehotel Stadthalle)
UMWELT
Wiens erstes Null-Energie-Hotel eröffnet
Wiens erstes Öko-Hotel hat in Rudolfsheim-Fünfhaus eröffnet: Nach einjähriger Bauzeit und Investitionen von 4,8 Mio. Euro weist das "Boutique-Hotel-Stadthalle" künftig eine Null-Energie-Bilanz aus.
"Derzeit fast ausgebucht"
"Hier schläft man absolut emissionsfrei", freute sich Eigentümerin Michaela Reitterer am Freitag bei der Präsentation. Stimmt noch nicht ganz: Denn momentan liegt der Deckungsgrad erst bei 85 Prozent, weil die Genehmigung für drei - für das Dach vorgesehene - Windräder noch aussteht.

Im Zuge der Arbeiten wurde nicht nur das bereits bestehende Hotel in der Nähe des Westbahnhofs mit 44 Zimmern umgerüstet, sondern durch einen Zubau weitere 38 Nächtigungsräume geschaffen.

Obwohl im fünften und sechsten Stock noch Kleinigkeiten zu erledigen seien, läuft der Betrieb bereits: "Wir sind derzeit fast ausgebucht", versicherte Reitterer, die auch Landesvorsitzende der Österreichischen Hoteliervereinigung ist. Laut Homepage sind Einzelzimmer ab 69 Euro, Doppelzimmer ab 99 Euro buchbar.
Genehmigung für umstrittene Windräder ausständig.
"Schiache Handymasten" statt Windrädern
Neben einer 160 Quadratmeter großen thermischen Solar- und einer 84 Quadratmeter großen Photovoltaikanlage sorgen u.a. die Nutzung des Regenwassers oder eine durchgehende LED-Beleuchtung für eine möglichst ausgeglichene Energiebilanz. Energieerzeugung und -verbrauch sollen demnächst jedenfalls visualisiert und im Internet immer aktuell abrufbar sein.

Was die Windräder anbelangt, sieht sich Reitterer seit längerem mit rauem Gegenwind konfrontiert: Zahlreiche Gutachten und behördliche Hürden seien für das umstrittene Vorhaben nötig. "Bei den schiachen Handymasten heißt es, sie dienen dem allgemeinen Wohl", sagte die Hotelchefin.

Im Falle einer Ablehnung der Windräder sei eine Erweiterung der Photovoltaik geplant, um die angestrebte Null-Bilanz zu schaffen.
Kritik an Förderungspolitik in Wien
Einigermaßen unzufrieden zeigte sich Reitterer mit der städtischen Förderungspolitik. Im Vergleich zu anderen Bundesländern gebe es in Wien auffällig wenig Unterstützung für derartiges Bauprojekt. Umweltstadträtin Ulli Sima (SPÖ), die ebenfalls zur Pressekonferenz eingeladen worden war, musste übrigens aus terminlichen Gründen kurzfristig absagen, hieß es.
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