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CHRONIK |
05.01.2010 |
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Todesschuss: Diskussion unter Trafikanten
Der tödliche Schuss auf einen Räuber sorgt unter den Wiener Trafikanten für Diskussionen. Es gibt zwar Empfehlungen zum richtigen Verhalten, aber die Vergangenheit zeigt, dass Geschäftsleute schon öfters geschossen haben.
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Immer öfter wird mit Karte gezahlt. |
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Widerstand entgegen der Empfehlung
Von einer "tragischen Geschichte" sprach Peter Ruschka, Obmann der Wiener Standesvertretung der Trafikanten. Sicherheit sei immer wieder ein Thema, dabei gebe es in den Tabakgeschäften keine hohen Geldsummen zu holen.
"Im Grunde sind geringe Bargeldmengen im Verkehr, immer mehr wird mit der Karte bezahlt", sagte auch Peter Trinkl, Bundesobmann der Trafikanten in der Wirtschaftskammer. "Die Vorgehensweise ist natürlich keine, die ich Kollegen empfehlen würde", sagte er. Die Empfehlung sei, es geschehen zu lassen, gut zu beobachten und die Verfolgung der Polizei zu überlassen.
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Reaktion bei Überfall nicht vorhersehbar. |
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Trafikanten mit Waffenpass nicht neu
Etwas anders die Stellungnahme des stv. Obmanns der Wiener Trafikanten, Karl Mick: "Die Empfehlung gibt man, aber was man dann wirklich macht?" Er gehe davon aus, dass der Trafikant aus Angst geschossen habe. "Gott sei Dank ist dem Kollegen nichts passiert, das Mitleid mit dem Täter hält sich in Grenzen", sagte Mick.
Trafikanten mit Waffenpass oder Waffenbesitzkarte sind nicht neu, das werde "nicht an die große Glocke gehängt". Wenn wer eine Waffe habe, werde das nicht besprochen. Er selbst sei in 25 Jahren schon zweimal ausgeraubt worden. Seiner Erfahrung nach seien die Überfälle "nicht weniger geworden, eher das Gegenteil".
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Ähnliche Fälle in der Vergangenheit
Schon mehrmals in der Vergangenheit hatten Geschäftsleute bei Überfällen von der Schusswaffe Gebrauch gemacht. Im Februar 2004 versuchte ein Unbekannter eine Trafik in Wien-Landstraße zu überfallen. Die Verkäuferin ließ sich zu Boden fallen, ihr im Hinterzimmer sitzender Mann feuerte zwei Schüsse ab. Ob der geflüchtete Täter verletzt wurde, ist unbekannt.
Im Juli desselben Jahres erschoss ein 64-jähriger Juwelier in Wien-Meidling einen Einbrecher, der sich auch von Zurufen nicht abschrecken hatte lassen.
Im Dezember 2008 bedrohten zwei bewaffnete Männer einen Juwelier in Wien-Penzing. Dessen Ehefrau verfolgte den Überfall vom Hinterzimmer aus und feuerte dreimal mit der Waffe ihres Mannes. Die Täter flüchteten.
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Mehrere Abwehrstrategien. |
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Schulungen, Video, Alarmanlagen
Für Trafikanten bieten Standesvertretung und Polizei Schulungen für den Ernstfall an, in dem das richtige Verhalten gelehrt wird. "In so einer Situation von einer Waffe Gebrauch zu machen, ist wenig sinnvoll", so Peter Ruschka, "das Geld kann man ersetzen, ein Menschenleben nicht."
Neben der Zusammenarbeit mit der Polizei setzen die Trafikanten in Wien auch auf Videoüberwachung. Seit 2009 existiert ein Abkommen mit der Datenschutzkommission, auf dessen Grundlage die Installation von Kameras binnen drei Wochen genehmigt wird.
Zudem hätten zahlreiche Trafiken bereits Alarmanlagen, die mit Polizei und Sicherheitsdiensten verbunden seien. Für überfallene Trafikanten wird psychologische Betreuung angeboten.
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wien.ORF.at
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