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MO | 13.02.2012
Kampusch (Bild: EPA/Marcus Brandt)
JUSTIZ
Kampusch: OStA präsentiert Abschlussbericht
Der Abschlussbericht der Oberstaatsanwaltschaft (OStA) Wien im Entführungsfall Natascha Kampusch ist fertig. Er wird am Freitag im Justizpalast der Öffentlichkeit präsentiert. Die Ermittlungen liefen seit 2008.
"Weiterführende Ermittlungen" sind abgeschlossen.
Keine Angaben zum Inhalt
Thomas Mühlbacher, Leiter der Staatsanwaltschaft Graz, und Werner Pleischl, Leiter der OStA Wien, werden bei einer Pressekonferenz die Ergebnisse der "weiterführenden Ermittlungen" präsentieren. Inhaltlich wollte man seitens der Behörde am Dienstag nicht Stellung nehmen.
Ex-Priklopil-Freund als Mitbeschuldigter
Nachdem die Akte Kampusch knapp drei Monate nach der Flucht der heute 21-Jährigen und dem Selbstmord ihres Entführers Wolfgang Priklopil Ende November 2006 geschlossen worden war, nahm man die Ermittlungen Ende Oktober 2008 erneut auf, um offene Fragen zu klären.

Die zentrale Figur der bisherigen Ermittlungen war Ernst H., ehemals enger Freund von Kampusch-Entführer Wolfgang Priklopil. Er wird in der Causa als Mitbeschuldigter geführt.

Die Oberstaatsanwaltschaft muss unter anderem entscheiden, ob das Verfahren gegen ihn eingestellt wird oder nicht. H. könnte unter Umständen wegen Mitwisserschaft oder Begünstigung zum Selbstmord belangt werden.
Acht Jahre gefangen gehalten
Das ehemalige Haus des mutmaßlichen Kampusch-Entführers (Bild: APA/Roland Schlager)
Kampusch war am 2. März 1998 als Zehnjährige auf dem Schulweg in Wien von Priklopil entführt und mehr als acht Jahre in einem Kellerverlies in seinem Haus im niederösterreichischen Strasshof gefangen gehalten worden. Aus eigener Kraft gelang ihr am 23. August 2006 in einem unbeobachteten Moment die Flucht aus dem Garten.
Adamovich (Bild: APA/APA/HERBERT P. OCZERET) Entscheidung über Adamovich-Rücktritt
Als Beobachter begleitete die Ermittlungen eine Evaluierungskommission des Innenministeriums, unter Leitung von Ludwig Adamovich, frühere Präsident des Verfassungsgerichtshofs (VfGH). Diese plant kommenden Montag eine Sitzung, in der Adamovich über einen möglichen Rücktritt als Vorsitzender entscheiden will.

Der Grund: Der Ex-VfGH-Präsident war in den vergangenen Monaten wegen öffentlicher Aussagen über Kampuschs Vergangenheit in die Kritik geraten. Am 24. Dezember verurteilte ihn das Straflandesgericht wegen übler Nachrede zu einer Entschädigung von 10.000 Euro.

Der 77-Jährige hatte Kampuschs Mutter, Brigitta Sirny, laut Gericht in Interviews eines gegen die guten Sitten verstoßenden Verhaltens beschuldigt. Die Entscheidung ist nicht rechtskräftig.
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