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MI | 11.04.2012
Ludwig Adamovich (Bild: APA/Robert Jäger)
CHRONIK
Adamovich nimmt Bericht "zur Kenntnis"
Keinen Kommentar zum Inhalt des Berichts der Oberstaatsanwalt wollte der Leiter der Evaluierungskommission in der Causa Kampusch, Ludwig Adamovich, abgeben. Er verwies aber auf die Beiträge der Kommission zur Causa.
Am Montag wird die Kommission unter Adamovich wieder zusammentreten.
"Zeugen haben Aussagen geändert"
Er wolle inhaltlich nichts zu den präsentierten Ergebnissen sagen. Die Kommission werde nun jedenfalls ihren Abschlussbericht erstellen. Gleichzeitig verteidigte er die Rolle der Kommission: "Wir haben ja nie davon gesprochen, dass es mehr Täter geben muss, sondern nur, dass da und dort noch ermittelt werden muss", so Adamovich.

Zudem wäre es der Kommission zu verdanken, dass zentrale Zeugen ihre Aussagen geändert haben. Adamovich verwies auf eine Zeugin, die bis vor wenigen Wochen noch steif und fest behauptet hatte, dass es zwei Täter gegeben hat. Auch die Aussagen von Ernst H. hätten sich im Laufe der Ermittlungen wesentlich geändert.

Die Kommission tritt am Montag wieder zusammen. Adamovich will dabei "unter Kollegen" klären, ob er dem Gremium weiter vorsitzen soll.
Urteil fiel am 24. Dezember.
Umstrittene Aussage zu Gefangenschaft
Der Ex-Präsident des Verfassungsgerichtshofs war am 24. Dezember des Vorjahres zu einer teilbedingten Geldstrafe verurteilt worden. Er hatte in einem Interview gesagt, Natascha Kampusch wäre es in der Zeit ihrer Gefangenschaft "womöglich allemal besser ergangen als in der Zeit davor".

Kampuschs Mutter, Brigitta Sirny, hatte geklagt. Adamovich wirde dafür zu verurteilt. Er meldete Berufung an.
Adamovich von weiteren Anklagen in der Causa Kampusch überzeugt.
"Eigene Grube gegraben"
"Ich habe mir mit dieser Formulierung meine eigene Grube gegraben", so Adamovich. Er meine aber auch, dass ein Feldzug gegen seine Person geführt werde, wird er in einer Vorausmeldung zitiert.

In der Causa selbst blieb Adamovich noch vor wenigen Tagen dabei, dass der Kampusch-Entführer Wolfgang Priklopil Mittäter gehabt hätte. Er sei überzeugt, dass es noch weitere Anklagen in dem Fall geben werde. Namen von Betroffenen könne er allerdings noch nicht nennen.
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