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MI | 11.04.2012
Christina Stuermer (bild: APA/Roland Schlager)
KULTUR
Bundeshymne: Erbin distanziert sich von Klage
Nachdem um eine neue Version der Bundeshymne, gesungen von Christina Stürmer, ein Rechtsstreit entbrannt war, sieht die Erbin der Textdichterin nun von einer Unterlassungsklage ab. Auslöser war der Zusatz "Töchter" im Text.
"Mich hat auch keiner danach gefragt"
"Der Autor und Verleger Fritz Molden und ich sind die Erben nach Paula von Preradovic", stellte Koschka Hetzer-Molden fest. Rechtliche Schritte gegen Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ) und die Sängerin Christina Stürmer werde es aber keine geben.

Auch im Falle einer Textänderung werde keinesfalls mit rechtlichen Schritten gedroht, betonte Hetzer-Molden in einem Statement gegenüber der APA - "mich hat auch keiner danach gefragt." Im übrigen gehöre die Bundeshymne bekanntlich der Republik.
Zusatz "Töchter" sorgt für Wirbel
Christina Stürmer singt in ihrer Version der Bundeshymne von Österreich als Heimat "großer Söhne und Töchter". Diese Textänderung, die auch die Töchter unfasst, hat in den letzten Tagen für hitzige Debatten gesorgt. Stürmer nahm ihre Version im Rahmen einer PR-Kampagne des Unterrichtsministeriums auf.
Diskussion um geschlechtergerechten Text "lächerlich"?
Kritik an Heinisch-Hosek
Kritik übt Hetzer-Molden aber an den Plänen von Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ), die im Text der Hymne auch ganz offiziell die "Töchter" neben den "Söhnen" gewürdigt sehen will: "Ich persönlich halte diese alle paar Jahre auftretende Diskussion allerdings für lächerlich. Ich denke, dass keine Österreicherin durch das Zusatzwort 'Töchter' in der Hymne mehr Selbstvertrauen spüren wird."

Wenn Heinisch-Hosek sich nun eine "würdigere Bundeshymne" wünsche, so Hetzer-Molden, "frage ich mich, ob die Österreicher und Österreicherinnen 62 Jahre eine unwürdige Bundeshymne gesungen haben".

Sie stellt dahingehend einen Vergleich auf: "Dann kann ich nur sagen, dass ganz Europa eine für Frauen unwürdige Europa-Hymne singt: 'Alle Menschen werden Brüder...' Und wo bleiben die Schwestern? Will sich da niemand profilieren? Ich meine, wenn Preradovic, dann auch Schiller."
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