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VOLKSBEFRAGUNG |
12.02.2010 |
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Daten & Fakten: Hundeführschein
Soll für bestimmte "gefährliche Hunderassen" ein für Halter verpflichtender Führschein eingeführt werden? Das war der fünfte Punkt bei der Wiener Volksbefragung. Doch was ist eigentlich eine gefährliche Hunderasse?
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Hunderassen-Liste auf Basis der Bisskraft und -häufigkeit erstellt. |
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Betroffene Hunderassen
Eines vorweg: Forderungen nach einem generellen Führschein für alle Hunderassen und demnach für circa 50.000 Wiener Hundehalter hat die Stadtregierung eine Absage erteilt. Nach derzeitigem Stand müssen Halter folgender Rassen - laut Schätzungen sind das fünf Prozent aller Hundehalter in Wien - aufgrund von deren Bisskraft und -häufigkeit künftig einen Hundeführschein ablegen:
Bullterrier, Staffordshire Bullterrier, American Staffordshire Terrier, Mastino Napoletano, Mastin Espanol, Fila Brasileiro, Mastiff, Bullmastiff, Tosa Inu, Pitbullterrier, Rottweiler, Dogo Argentino (Argentinischer Mastiff).
25 Prozent aller Hundebisse gehen auf das Konto dieser Rassen - wobei die Angriffe zu vergleichsweise schweren Verletzungen führen. Auch Mischlingshunde sollen unter die neue Regelung fallen. Kleinwüchsige Rassen werden hingegen von der Hundeführscheinpflicht jedenfalls ausgenommen.
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Übergangsfrist von einem Jahr
Sollte der Wiener Hundeführschein verpflichtend eingeführt werden, ist er innerhalb von drei Monaten ab Beginn der Haltung zu absolvieren. Für Personen, die bereits jetzt einen Kampfhund besitzen, wird es eine einjährige Übergangsfrist geben.
Die Prüfung besteht aus einem theoretischen und einem praktischen Teil. Freiwillig kann der Hundeführschein in Wien bereits gemacht werden, mehr als 3.000 Hundebesitzer haben dies bereits getan. Der Kurs kostet 25 Euro.
Polizei und Magistrat sollen bei einem Ja zum Pflicht-Hundeführschein die Besitzerinnen und Besitzer kontrollieren. Fehlt der Hundeführschein, soll es Verwaltungsstrafen geben.
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Pro & Kontra
Umgang erlernen
+ Besitzer von sogenannten "gefährlichen" Hunden können beim Hundeführschein den richtigen Umgang lernen und mögliches Gefahrenpotential besser einschätzen. Zudem kann jenen geholfen werden, die mit den Tieren mitunter überfordert sind.
Image verbessern
+ Die Maßnahme kann laut Stadtregierung dazu beitragen, dass das negative Image der genannten Rassen verbessert wird.
Gefährlichkeit nicht von Rasse abhängig
- Viele Hundeexperten und Tierärztekammer sind sich jedoch einig: Die Gefährlichkeit könne nicht an einer Rasse festgemacht werden. Verhaltensauffälligkeiten und Aggression würden von Haltungsbedingungen, Gesundheitszustand und Erziehungsmängel abhängen.
Liste nicht vollständig?
- Fraglich ist, ob die Liste der "gefährlichen Hunderassen" wirklich ausreichend ist. Experten vermissen vor allem den auch in Österreich sehr beliebten Schäferhund darauf. Denn Fakt ist: Der Schäferhund liegt in der Bissstatistik auf einem der Topplätze. Ob die Rassen nun aber als scheinpflichtig erkannt werden oder nicht, wurde für die Volksbefragung noch nicht festgelegt.
Es wird bereits kontrolliert
- Die Polizei ist bereits jetzt bei Kontrollen sehr aktiv. So hat es im Vorjahr 623 Anzeigen, 290 Organstrafmandate und fast 2.000 Abmahnungen von Hundebesitzern gegeben. Ein Hund wurde seinem Besitzer sogar abgenommen.
Probleme mit Verfassungsrecht
- Der österreichische Kynologenverband gab zu bedenken, dass die Beschränkung auf einige Rassen rechtlich problematisch sein könnte. So habe etwa auch der Bund im Rahmen einer Stellungnahme zum niederösterreichischen Hundehaltegesetz darauf hingewiesen, dass die Einstufung bestimmter Hunderassen als "gefährlich" nicht mehr dem Stand der Wissenschaft entspreche - und dies darum verfassungsrechtlich bedenklich sein könnte.
Bestehende Regelungen besser überprüfen
- Anreize statt Zwang: Das ist auch das Motto beim Tierschutzverein. Dessen Alternative zum Hundeführschein sind verstärkte Kontrollen der Leinenpflicht, des Maulkorbzwanges und des Chips.
- Kontrollmöglichkeiten unklar
Wer den Besitz des Hundeführscheins kontrollieren soll, ist noch nicht geregelt. Keine konkreten Pläne gibt es auch für das Prozedere bei Mischlingshunden im Streitfall.
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Experten diskutierten auf Radio Wien
Vor der Volksbefragung diskutierten Hermann Gsandtner, weisungsunabhängiger Wiener Tierschutzombudsmann, und Katja Wolf, vom Österreichischen Kynologenverband,
auf Radio Wien in "Zum Mitreden spezial" über den Hundeführschein.
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