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SOZIALES |
25.02.2010 |
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Mehr Sachleistungen gegen Armut
Die Zahl der Menschen, die Hilfe gegen Armut brauchen, wird auch in Wien größer. Die Stadt will künftig weniger mit Geld, sondern mehr mit besserer sozialer Infrastruktur helfen. Die ÖVP ist strikt dagegen.
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Zahl der "Working Poor" um 43 Prozent angestiegen. |
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Immer mehr mit Sozialhilfe zum Einkommen
In Wien beziehen derzeit rund 100.000 Menschen Sozialhilfe in Form von zum Beispiel Mietbeihilfe. Damit ist die Zahl der Menschen, die soziale Unterstützung von der Stadt bekommen, in den letzten fünf Jahren um ein Drittel angestiegen.
Ein starkes Plus gibt es vor allem bei jenen Wienern, die zwar ein Einkommen haben, das aber so gering ist, dass sie dennoch von der Sozialhilfe abhängig sind (Working Poor). Hier gibt es in den vergangenen fünf Jahren einen Zuwachs von 43 Prozent. Rund 13.000 Menschen leben ausschließlich von der Sozialhilfe.
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Finanzielle Hilfe macht 70 Prozent aus
Insgesamt würden in Wien rund 200.000 Menschen Sozialleistungen erhalten, so Sozialstadträtin Sonja Wehsely (SPÖ). Das Verhältnis von Geld- und Sachleistungen lasse sich für Wien nicht beziffern. Österreichweit werden aber 70 Prozent aller Sozialleistungen in Form von finanzieller Unterstützung gewährt.
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Es soll mehr in Prävention investiert werden. |
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Wien will mehr auf Sachleistungen setzen
Sachleistungen, wie etwa Gratiskindergarten oder Ganztagesschulen, würden aber für die Armutsbekämpfung immer wichtiger, so Wehsely. Daher müssten Investitionen zum Beispiel in Pflegewohnhäuser oder Bildungseinrichtungen eine immer größere Rolle spielen.
Unterstützt wird Wehsely in ihrer Position von Alois Guger vom Wirtschaftsforschungsinstitut: International betrachtet würden sich in jenen Staaten vermehrt Probleme zeigen, die lieber auf finanzielle Hilfe anstatt auf soziale Infrastruktur setzen.
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ÖVP ist strikt dagegen
Strikt dagegen, den Anteil der Sachleistungen auf Kosten der Geldleistungen zu erhöhen, ist die ÖVP. Die Menschen müssten selbst bestimmen können, welche Leistungen sie wo beziehen wollen, sagte Karin Praniess-Kastner, Mitglied des Wiener Sozialausschusses. Die SPÖ wolle hingegen den Bürgern vorschreiben, wie sie ihr Leben zu gestalten hätten.
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Grüne fordern zusätzlich Grundsicherung
Nicht grundsätzlich gegen Sachleistungen zur Bekämpfung der Armut sind die Grünen. Es müsse aber zusätzlich auch eine finanzielle Grundsicherung geben, sagte Sozialsprecher David Ellensohn. Diese müsste derzeit 950 Euro im Monat betragen, um Menschen vor Armut schützen zu können.
Nur auf Sachleistungen zu gehen, greife zu kurz. Ellensohn forderte eine ganzheitlich Herangehensweise. Neben Sach- und Dienstleistungen, wie etwa im Bereich Pflege und Betreuung, gehöre da eine existenzsichernde Grundsicherung dazu, so Ellensohn.
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wien.ORF.at; 3.2.10
Die Grünen sehen Wien bereits als kommende Hauptstadt der Armut. Schon bei jedem zehnten Wiener sei es sichtbar.
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