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KIRCHE |
10.03.2010 |
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Missbrauch: Schönborn ruft zur "Umkehr" auf
Kardinal Christoph Schönborn will nach den Ursachen für sexuellen Missbrauch in der Kirche fragen. Die Priestererziehung, aber auch das Zölibat müssten hinterfragt werden. Eindringlich rief er jedenfalls zur "Umkehr" auf.
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Schönborn fordert "große Portion Ehrlichkeit". |
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Opfer nicht zum Täter machen
Zur offenen Auseinandersetzung mit den Ursachen gehöre eine große Portion Ehrlichkeit, in der Kirche, aber auch in der Gesellschaft, so Schönborn in der aktuellen Ausgabe von "thema kirche", dem Mitarbeitermagazin der Erzdiözese.
Über mögliche Ursachen schreibt der Kardinal: "Dazu gehört die Frage der Priestererziehung genauso wie die Frage nach dem, was in der 68er-Generation mit der 'sexuellen Revolution' geschehen ist. Dazu gehört das Thema Zölibat genauso wie das Thema Persönlichkeitsentwicklung."
Erneut beteuerte Schönborn, dass die Opfer oft übersehen würden, "ja womöglich noch irgendwie der Mitschuld verdächtigt".
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"Perverse Sexualmoral" der Kirche
Der Wiener Soziologe, Psychoanalytiker und Theologe Alfred Kirchmayr glaubt die Ursachen für die Missbrauchsfälle bereits zu kennen. Hauptgrund sei die katholische Sexualmoral, so Kirchmayr im Interview mit Ö1: "Wenn man die gottgeschaffene Natur als krank, als gefährlich bezeichnet, dann wird's schlicht pervers."
Dazu komme der "Zwangszölibat", der die verquere Einstellung zur Sexualität verstärke, so Kirchmayer. "Wenn die gesunde Entwicklung aufgrund der Verteufelung der Sexualität gefährdet wird, kommt es schief raus. Und dann entstehen infantile Fixierungen und der ganze Bereich, in dem Missbrauch immer verbunden mit Macht, blühen kann."
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oe1.ORF.at
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Mitarbeiter nach Skandalen "frustriert"
Schönborn richtete sein Schreiben unmittelbar vor Beginn der zweiten großen Wiener Diözesanversammlung im Rahmen der Missionsinitiative "Apostelgeschichte 2010" an seine Mitarbeiter in den Pfarren und kirchlichen Organisationen. Er räumt darin ein, dass er großes Verständnis für die Frustration bei vielen Mitarbeitern habe.
Viele Kirchenmitarbeiter seien "frustriert" über die zuletzt gehäuften Anlassfälle, für die sie nichts könnten, so Schönborn: "Es reicht! So sagen viele. So denken viele. In vieler Hinsicht. Genug der Skandale! Wie kommen wir dazu, immer als Mitglieder der Kirche quasi haftbar gemacht zu werden für Vergehen, die wir nicht begangen haben? Nur weil es immer gleich heißt: 'die Kirche'!"
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ORF.at
Im Zuge der jüngsten Missbrauchsvorwürfe in österreichischen Kircheneinrichtungen werden immer neue Fälle bekannt. In den Ombudsstellen der Kirche laufen die Telefone heiß: Insgesamt wurden bereits 30 neue Vorfälle gemeldet - mehr als doppelt so viele wie im gesamten letzten Jahr.
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wien.ORF.at; 10.3.10
Einen Zeugenbericht über sexuelle Übergriffe im Jesuiten-Internat Kalksburg hat Künstler Andre Heller gestern in der ZIB24 abgegeben. "Der Teufel war zu Besuch bei uns", hieß es damals laut dem ehemaligen Internatsschüler Heller.
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oe1.ORF.at
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