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MO | 13.02.2012
Symbolfoto Labor (Bild: ORF/rubra)
GESUNDHEIT
Schweinegrippe betraf Fettleibige besonders
Neue Erkenntnisse haben Forscher der MedUni Wien gewonnen, die eine vorläufige Bilanz der Schweinegrippe-Saison gezogen haben. Demnach hat sich etwa Fettleibigkeit als neuer Risikofaktor herauskristallisiert.
Risiko für Schwangere mit Schweinegrippe höher als bei saisonaler Grippe.
28,6 Prozent der Patienten fettleibig
Personen mit einem Body Mass Index (BMI) größer als 35 waren demnach unter den an Schweinegrippe erkrankten Patienten überdurchschnittlich vertreten. So hatten in Australien und Neuseeland 28,6 Prozent der H1N1-infizierten Patienten auf den Intensivstationen einen BMI von mehr als 35, während sie in der Gesamtbevölkerung nur mit 5,3 Prozent vertreten sind.

Es bestätigte sich demnach aber auch, dass Schwangere durch die Schweinegrippe besonders gefährdet sind. Schon bisher war bekannt, dass eine Influenza-Erkrankung bei werdenden Müttern mit einem vierfach höheren Risiko für Komplikationen verbunden war.

Während der Schweinegrippe-Pandemie zeigte sich, "dass für schwangere Patientinnen mit einer H1N1-Infektion ein bis zu zehnfach höheres Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf besteht", so Monika Redlberger-Fritz und Therese Popow-Kraupp in ihrer "Virusepidemiologischen Information".
Durchschnittsalter bei Intensivpatienten lag bei 34 Jahren.
Jüngere Erwachsene wurden zu Risikogruppe
Bei der genaueren Betrachtung der Daten zum Infektionsausbruch in Mexiko im März/April 2009 mit mehr als 63.000 Erkrankten zeigte sich, dass 68 Prozent der Patienten unter 40 Jahre alt und 55 Prozent unter 30 Jahre alt waren. Diese Altersverteilung sei durchgehend in allen von der Pandemie betroffenen Ländern beobachtet worden.

Das Durchschnittsalter von Intensivpatienten, die ein Akutes Respiratorisches Distress Syndrom (ARDS) entwickelten und eine ECMO, eine extrakorporale Sauerstoffanreicherung des Blutes, benötigten, lag demnach bei 34 Jahren. Neun Prozent dieser Patienten waren schwanger, sechs Prozent Mütter nach der Entbindung und die Hälfte adipös.

"Aus diesen Daten geht hervor, dass sich das bekannte Spektrum der Risikogruppen verändert und erweitert hat, nicht zuletzt auch bedingt durch das häufigere Auftreten von H1N1-Infektionen bei jüngeren Erwachsenen", so die Forscher vom Institut für Virologie der MedUni Wien.
Schweinegrippe im neuen saisonalen Impfstoff
Laut den aktuellen Zahlen sind in der Vorwoche in Wien rund 8.100 Menschen an der H1N1-Influenza oder banalen grippeähnlichen Infekten erkrankt. Laut Gesundheitsministerium sei dies ein leichter Anstieg gegenüber den Zahlen der Woche davor, aber auf sehr niedrigem Niveau.

Basierend auf den während der Grippewelle gewonnenen Daten wurde die Empfehlung der WHO für den Grippeimpstoff der nächsten Saison modifiziert. So wurde unter anderem die saisonale A/H1N1-Komponente durch die pandemische A/H1N1v-Komponente (Schweinegrippe) ersetzt.
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