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MI | 11.04.2012
Häupl (Bild: APA/ROLAND SCHLAGER)
POLITIK
SPÖ legt Listenplätze fest
Die Wiener SPÖ hat am Montag die 300 Listenplätze für die Wahl im Herbst vergeben. Spitzenkandidat wird Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ), auch das engere Team bleibt gleich. Erstmals sind allerdings die Frauen in der Überzahl.
Sozialdemokraten
setzen auf bewährtes Team.
Stadtratsriege bleibt
Die Wiener SPÖ wird die Alte bleiben: Die derzeitige Stadtratsriege ist auf den ersten Plätzen zu finden. Nicht mehr dabei sind die mittlerweile ausgeschiedenen Stadträte Sepp Rieder und Grete Laska sowie derzeitige Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ).

Laut Landespartei bleibt der Altersschnitt auf der gesamten Liste bei 40,6 Jahren. Jüngste Kandidatin ist die erst 18-jährige Tamara Punz auf Platz 276. Große Chancen für einen Einzug ins Stadtparlament hat laut SPÖ der 26-Jährige Junggewerkschafter Christoph Peschek - gereiht auf Platz 69.

Insgesamt kandidieren 403 Personen, davon sind 202 Frauen und 201 Männer. Erstmals stehen somit mehr weibliche als männliche Kandidaten für die Wiener SPÖ zur Wahl.
Die ersten 15 Listenplätz der SPÖ
1 Michael Häupl
2 Renate Brauner
3 Michael Ludwig
4 Sonja Wehsely
5 Christian Oxonitsch
6 Sandra Frauenberger
7 Rudolf Schicker
8 Ulli Sima
9 Andreas Mailath-Pokorny
10 Marianne Klicka
11 Harry Kopietz
12 Katharina Schinner
13 Christian Deutsch
14 Nicole Krotsch
15 Siegi Lindenmayr
Häupls Sohn auf Platz 195 mit dabei
Auch die ehemalige Landtagspräsidentin Erika Stubenvoll wird nicht mehr dabei sein, weil sie mittlerweile in Pension ist. Bei der vergangenen Wahl war sie noch auf Platz zehn gereiht. Ihr Nachfolger, der 62-jährige Harry Kopietz, wird hingegen wieder antreten, er findet sich auf Platz 11.

Bernhard Häupl, der Sohn des Bürgermeisters, findet sich auf dem 195. Listenplatz wieder. Bei der vergangenen Nationalratswahl kandidierte er bereits für die SPÖ auf einem hinteren Listenplatz.
Wahlprogramm einstimmig beschlossen
Die Listen sowie das Wahlprogramm, das Ende der Woche öffentlich gemacht wird, wurden am Montag von den Gremien der Wiener SPÖ beschlossen - einstimmig, wie Bürgermeister Häupl bei der Präsentation am Nachmittag berichtete.

Jenes Team, das derzeit die Arbeit mache, stehe zur Wahl, erklärte Häupl. Wie die Funktionen künftig verteilt werden, ist offen. Nach der Wahl stehe alles zur Disposition, "auch ich", betonte der Bürgermeister.
ÖVP sieht alten Wein in alten Schläuchen.
Hohn statt Angst bei Opposition
Mehr Hohn denn Angst hat die präsentierte SPÖ-Kandidatenliste für die Wien-Wahl bei der politischen Konkurrenz hervorgerufen: "Alter Wein in alten Schläuchen", griff ÖVP-Landesgeschäftsführer und Hobbywinzer Norbert Walter zu landwirtschaftlichen Metaphern: "Der Stillstand der vergangenen Jahre setzt sich eins zu eins im personellen Angebot der SPÖ fort."

Historische Diktion bemühte hingegen FPÖ-Landesparteisekretär Hans-Jörg Jenewein: "Das Politbüro der SPÖ-Wien tritt also erneut geschlossen wieder an." Offensichtlich hätten die Rathaus-Roten die alte Liste aus dem Jahr 2005 erneut vorgesellt. "Anders ist es nicht zu erklären, dass die altbekannten Polit-Dinosaurier der Jugend weiter den Weg verstellen", beschied der Freiheitliche.

"Von 18 Spitzenkandidatinnen sind gerade einmal fünf Frauen. Das ist ein frauenpolitisches Armutszeugnis für die Wiener SPÖ. Nicht einmal die eigene bescheidene Quotenregelung wird damit eingehalten", kritisierte David Ellensohn, Stadtrat der Grünen Wien.
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