|
|
 |
 |
CHRONIK |
30.04.2010 |
|
|
|
|
Blockade für Einwanderer: 42 Anzeigen
Die Verhaftung von zwei illegal Eingewanderten hat Donnerstagabend zu einer Straßenblockade geführt. 250 Demonstranten wollten die Überstellung ins Polizeianhaltezentrum Rossauer Lände verhindern. 42 Personen wurden angezeigt.
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
Bei Fußballspiel festgenommen
Im Mittelpunkt der Demonstration stand ein 25-jähriger Nigerianer, der sich laut Polizei nach einem negativen Asylbescheid seit mindestens einem Jahr illegal in Österreich aufhält.
Er habe mehrere Ladungen wegen seines Heimreisezertifikates ignoriert und sei daher Donnerstagnachmittag während eines Fußballtrainings mit seinem Verein "FC Sans Papiers" auf der Marswiese in Hernals festgenommen worden.
Auch ein 21-jähriges Teammitglied, ebenfalls aus Nigeria, kam wegen seines negativen Asylbescheids in Schubhaft. Über die Asylverfahren wollte das Innenministerium aufgrund der Amtsverschwiegenheit auf Anfrage der APA keine Auskunft geben.
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|

|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
 Demonstranten blockierten Bus. |
|
|
|
Kundgebung per SMS organisiert
Als die beiden Männer am Abend vom Polizeianhaltezentrum Hernals in das Anhaltezentrum Rossauer Lände überstellt werden sollen, blockierten 250 Demonstranten die Fahrbahn. Die Blockade war via SMS organisiert worden.
Die Teilnehmer der nicht angemeldeten Kundgebung skandierten Slogans wie "Kein Mensch ist illegal", "Freiheit für alle" und "Bleiberecht für jedermann". Einigen Aktivisten gelang es sogar, einen Reifen des Polizeibusses aufzustechen.
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|

|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
Polizei löste Blockade auf - drei Beamte wurden verletzt. |
|
|
|
Polizei erstattete 42 Anzeigen
Nach zwei Stunden begann die Polizei damit, die Kundgebung aufzulösen. Einige Demonstranten mussten weggetragen werden. 42 Personen wurden vorläufig festgenommen. Drei Personen saßen bis in die Morgenstunden in Haft. Die Polizei erstattete gegen die Demonstranten 39 Verwaltungs- sowie drei Strafanzeigen.
Nach Polizeiangaben wurden drei WEGA-Beamte durch Tritte und Schläge im Gesicht und an den Füßen verletzt. Über eventuell verletzte Demonstranten "ist mir nichts bekannt", so Polizeisprecherin Iris Seper auf Anfrage der APA. Dass die Einsatzkräfte - wie von der ÖH der Uni Wien behauptet - auch Pfefferspray eingesetzt haben sollen, wies die Sprecherin zurück.
Die beiden nigerianischen Schubhäftlinge wurden mit einem anderen Bus ins Polizeianhaltezentrum Rossauer Lände überstellt.
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
Nigerianer seit 2002 in Österreich
Der 25-jährige Nigerianer hält sich laut Polizei seit August 2002 in Österreich auf. Sein Asylansuchen sei in allen Instanzen rechtskräftig abgelehnt worden, sagte Polizeisprecherin Iris Seper zur APA.
Der Mann sei nach diesen Entscheidungen nie bei gemeldeten Wohnadressen - u.a. beim Verein "Asyl in Not" - angetroffen worden oder war gänzlich unterstandslos.
Der zweite in Schubhaft genommene 21-jährige Nigerianer war seit Juli 2004 in Österreich. Ihm wurde ebenfalls in allen Instanzen ein negativer Asylbescheid ausgestellt. Die Wohnsituation war laut Seper ähnlich wie bei dem 25-jährigen.
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|