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MI | 11.04.2012
Waschküche im Gemeindebau (Bild: ORF)
KOMMUNALES
Wien baut Chipsystem für Waschküchen aus
Die Stadt will bis Jahresende das System "naTÜRlich sicher" für Waschküchen in Gemeindebauten ausbauen. Seit 2008 ist der Zutritt zu den Waschküchen nur noch mit einem codierten Chip möglich.
Chips für Waschküche im Gemeindewbau (Bild: PID/Votava)
Ludwig: Skepsis der Mieter verflogen.
Bald Zutrittskontrollen in 2.000 Waschküchen
Bisher wurden 1.200 Einheiten in 450 Wohnanlagen mit dem System "naTÜRlich sicher" ausgestattet, das den Mietern über ein zentrales Computersystem Zutritt zu den Waschtrommeln gewährt oder verwehrt.

Bis Jahresende sollen weitere 800 Waschküchen dazukommen, wodurch dann bereits rund 76.000 Mieter einen Chip an die entsprechende Kontrolleinheit halten müssen, um Kleidung zu reinigen.

Wohnbaustadtrat Michael Ludwig (SPÖ) versicherte am Montag, dass die anfängliche Skepsis einiger Bewohner inzwischen verflogen sei. "Es gab keine einzige Beschwerde", freute sich der Ressortchef in einer Pressekonferenz. Zudem habe eine Umfrage unter 400 Mietern in 20 Gemeindebauten ergeben, dass 90 Prozent der Befragten "sehr zufrieden" mit dem neuen System seien.
Knapp 6.000 Waschküchen in Wien
Es gibt insgesamt rund 5.800 Waschküchen in den Wiener Gemeindebauten, die von rund 80.000 HauptmieterInnen genutzt werden. Insgesamt stehen rund 11.700 Waschmaschinen zur Verfügung.
Ludwig: Keine Zusatzkosten durch Umrüstung
Die Entscheidung für die rechnergesteuerte Regelung sei gefallen, da es Reibereien aufgrund des "starken Waschtourismus" gegeben habe. Zudem habe die Koordination nach Abschaffung der Hausbesorger teils nicht mehr funktioniert. Nun müssen Mieter bei Wiener Wohnen Waschtage beantragen und erhalten dann nur an diesen Terminen Zutritt zu den Geräten. Ludwig betonte, dass durch die Umrüstung den Bewohnern keine Zusatzkosten entstünden.

Für die einzelnen Waschzeiten, die benutzerbezogen abgegolten werden, errechnen sich die Kosten folgendermaßen: Jeder Mieter erhält einen kostenlosen Schlüsselchip, der die geregelte und rechtmäßige Nutzung der Waschküche gewährleistet. Der Stromzähler misst während des Betriebs den aktuellen Energieverbrauch.

Die Steuerungseinheit sendet die Daten via Handyfunk an den Zentralrechner. So werden dem Mieter nur die Kosten seiner Waschtage gespeichert und die verbrauchten Energiekosten anschließend verrechnet.
Vergabe des Systems sorgte für Aufsehen
Neben konkreten Auswirkungen auf die Mieter war die Einführung der elektronischen Zutrittskontrolle auch einer von mehreren Stolpersteinen von Herbert Jansky, Geschäftsführer der damaligen "Wiener Wohnen Hausbetreuungs GmbH". Kolportiert wurde, dass bei der Auftragsvergabe für das neue System Janskys Schwager als Subunternehmer zum Zug gekommen sei.

Der Chef hatte die Vorwürfe stets zurückgewiesen, dennoch trennte sich das Rathaus von der Führungskraft - einvernehmlich, wie betont wurde. Die Betreuung der Gemeindebauten wurde inzwischen neu strukturiert.
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