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MI | 11.04.2012
Noten
KULTUR
Kunstkrimi um Noten von Walzerkönig Strauß
Ein Kunstkrimi spielt sich derzeit zwischen der oberfränkischen Kleinstadt Coburg, Wien und Köln ab. Im Mittelpunkt stehen 101 Notenseiten des Walzerkönigs Johann Strauß (Sohn).
Aus Wienbibliothek gestohlene Partiturteile 2008 in Coburg
angeboten.
Staatsanwaltschaft Köln ermittelt
Bei den Notenblättern handelt es sich um musikalische Skizzen und Partiturteile auf denen Strauß sein unvollendetes Ballett "Aschenbrödel" ebenso festhielt, wie das weltberühmte Motiv des Donauwalzers.

Wie die "Neue Presse Coburg" (Donnerstag) berichtet, ermittelt die Staatsanwaltschaft Köln nun wegen Diebstahls und Hehlerei, denn die Notenseiten wurden der "Wienbibliothek im Rathaus" in den 1990er-Jahren gestohlen und im Jahr 2008 in Teilen in Coburg zum Kauf angeboten.
Papiere 2009 an Wienbibliothek retourniert.
Aufgetauchte Noten eigentlich verschollen
Das Brisante an dem Fall ist nicht nur der Diebstahl der Originalnoten von Johann Strauß aus der Wiener Sammlung, sondern auch die Tatsache, dass die musikalische Fachwelt die Originalhandschriften für "Aschenbrödel" für verschollen hält.

Doch der Coburger Landesbibliothek sind im März 2007 anonym 40 Notenseiten zugeschickt worden. Nach Nachweis der Eigentumsverhältnisse wurden die wertvollen Papiere im Sommer 2009 an die Wienbibliothek zurückgegeben, die den Verlust der historisch wertvollen Dokumente nicht einmal der Polizei gemeldet hatte.

Die Wienbibliothek hat den Verlust der in Deutschland aufgetauchten Strauß-Partiturteile im Zuge einer Revision zwar im Jahr 1994 entdeckt. Der Diebstahl ist aber möglicherweise bereits Jahre davor erfolgt, sagte die Leiterin der Bibliothek, Silvia Mattl-Wurm. Warum keine Anzeige erstattet wurde, kann sie nicht beantworten. Mattl-Wurm leitet die Wienbibliothek seit 2004.
Bibliotheksmitarbeiter als Tatverdächtiger
Weitere 61 handbeschriebene Notenseiten des Walzerkönigs wurden dem Vorsitzenden der Deutschen Johann Strauß Gesellschaft mit Sitz in Coburg, Ralph Braun, im Frühjahr 2008 von einem deutschen Musikwissenschafter zu einem Preis von rund 30.000 Euro angeboten.

Die Blätter waren der Wienbibliothek ebenso gestohlen worden. Tatverdächtiger soll ein ehemaliger Bibliotheksmitarbeiter sein.

Diese 61 Seiten hat die Staatsanwaltschaft Köln am 18. März 2010 sichergestellt, knapp eine Woche bevor sie in einem Kölner Auktionshaus versteigert werden sollten.
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