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MI | 11.04.2012
KHM-Direktorin Sabine Haag (Bild: APA/Herbert Pfarrhofer)
KULTUR
Kunstkammer im KHM ab 2012 offen
Schätze wie die "Saliera" werden ab Dezember 2012 in der neuen Kunstkammer des Kunsthistorischen Museums zu sehen sein. KHM-Chefin Sabine Haag präsentierte das neue Konzept eines "Jahrhundertprojekts".
Alte Kammer wurde 2002 geschlossen.
"Jahrhundertprojekt" ab 2010 zugänglich
"Man bekommt die Chance für so ein Jahrhundertprojekt nicht oft", sagte Sabine Haag, Generaldirektorin des Kunsthistorischen Museums (KHM). Im Dezember 2012 soll die ins KHM integrierte Kunstkammer wieder für Besucher zugänglich sein.

Die Kunstkammer ist eigentlich nur ein Oberbegriff. In ihr vereint finden sich rund 2.500 Objekte aus habsburgischen Schatzkammern, Kunstkammern des späten Mittelalters, der Renaissance und des Barock. Die alte Kunstkammer musste 2002 aus technisch-baulichen Gründen geschlossen werden.
Claudia Schmied (l.) und Sabine Haag (Bild: APA/Herbert Pfarrhofer)
Die neue Kunstkammer kostet insgesamt mehr als 18 Mio. Euro.
"National und international im Brennpunkt"
Die Wiedereröffnung sei eine äußerst komplexe Angelegenheit, so Haag: "Wir stehen mit diesem Projekt national und international im Brennpunkt und müssen dieser Verantwortung gerecht werden." Das gesamte Projekt ist mit 18,35 Mio. Euro veranschlagt. 14,85 Mio. Euro davon übernimmt das Kulturministerium, die restlichen 3,5 Mio. sollen Sponsoren aufbringen.

Ab Februar nächsten Jahres soll gebaut werden, die feierliche Eröffnung ist für Dezember 2012 geplant. Neu an der Kunstkammer wird unter anderem sein, dass es innerhalb des Rundgangs auch Wechselausstellungen geben wird. Durch die 23 Räume führen drei parallel verlaufende Erzählstrukturen. Herzstück wird die 2003 gestohlene und 2006 wiedergefundene "Saliera" sein.

Von einem Tag der Freude sprach Kulturministerin Claudia Schmied (SPÖ). Die Kunstkammer sei ein kunst- und kulturpolitisch äußerst wichtiges Projekt. Sie sei froh, dass die Neuaufstellung nun gelinge.
Saliera von Benvenuto Cellini (Bild: APA/Kunsthistorisches Museum/RS)
Das Projekt soll durch Nachhaltigkeit bestechen.
Wissenschaftlich neu konzipiert
An der wissenschaftlichen Neukonzeption arbeitete ein Team rund um KHM-Chefin Haag seit 2006. Es wurde die Sanierung miteinbezogen, auf das Klima der Räume geachtet, extern evaluiert und schlussendlich ein Konzept versehen mit vielen museumsdidaktischen Anregungen beschlossen.

Museumsplaner Dieter Bogner stand dem Team zur Seite, "um die komplexen Erzählstrukturen für Besucher nachvollziehbar zu machen", so Haag. Die Umsetzung und Gestaltung übernahm das deutsche Architektenbüro hg merz.

Ziel ist es nun, keinen schnellen und plakativen Erfolg zu erzielen, sondern ein Pionierprojekt umzusetzen, so Haag. Bestechen solle dies nicht nur mit neuen Medien und einer benutzerfreundlichen Präsentation, sondern mit Nachhaltigkeit.
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