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DI | 14.02.2012
Jules Spinatsch, Wien MMIX. Rundpanorama/Detail (Bild: KÖR/Jules Spinatsch 2010)
KULTUR
Überwachungskameras am Opernball
Der Schweizer Künstler Jules Spinatsch hat beim Wiener Opernball 2009 zwei "Überwachungskameras" installiert. Diese speicherten 17.352 Bilder, die nun im Rahmen einer Installation am Karlsplatz zu sehen sind.
Rundpanorama im Wiener Resselpark "dokumentiert" Opernball.
"Projekt von Ballveranstaltern genehmigt"
Vom Einlass um 20.32 Uhr bis zum
Ende des Balls um 5.10 Uhr drehten sich die Kameras zweimal um ihre Achse und speicherten dabei die über 17.000 Einzelaufnahmen.

Auf dem 32 Meter langen Rundpanorama, das seit kurzem im Resselpark am Karlsplatz steht, lässt sich damit der gesamte Ablauf des Balls verfolgen: Wie sich die Oper füllt, wie sie während der Eröffnungszeremonie in blaues, rosa und pfirsichfarbenes Licht getaucht ist, bis zu dem Punkt in der Früh, als sich schließlich das Tanzparkett wieder leert.

Die Veranstalter des Opernballs waren über die Aktion informiert, heißt es dazu aus der section.a art.design.consulting gmbh auf Anfrage von wien.ORF.at. "Wir haben damals die Genehmigung für das Projekt erhalten", erklärt Katharina Boesch von der "section.a", die das Projekt gemeinsam mit Spinatsch abgewickelt hat.
Jules Spinatsch, WIEN MMIX Rundpanorama (Bild: KÖR/Jules Spinatsch 2010)
Jules Spinatsch, Wien MMIX. Rundpanorama/Detail (Bild: KÖR/Jules Spinatsch) "Kontrolle für Wiener Gesellschaft"
Jedes der Bilder ist eine "in sich geschlossene, zufallsgenerierte Kurzgeschichte", heißt es in einer Aussendung zu der Installation.

So sieht man neben feiernden Ballgästen, wie eine stark geschminkte Dame mit traurig-leerem Blick aus ihrer Loge das Treiben verfolgt; wie zwei rundliche Herren mit zweideutigem Lächeln sich etwas zuflüstern; wie ein junger Mann, gestützt auf eine Balustrade,
eindöst; wie Paare miteinander turteln.

"Als Rundpanorama im öffentlichen Raum ausgestellt, wird die Wiener Gesellschaft einer demokratischen Kontrolle, gleich
einer visuellen Volksbefragung, unterworfen", so Jules Spinatsch, der durch seine großformatigen Überwachungspanoramen bekannt geworden ist.
Eröffnung mit Autor Josef Haslinger
Die Installation wird bis zum 31. Oktober 2010 im Resselpark gezeigt. Bei der offiziellen Eröffnung am 29. Juli wird der österreichische Autor Josef Haslinger sprechen, der sich mit seinem Buch "Opernball" in die Bestsellerlisten schrieb.

Das Projekt wurde mit Mitteln von Kunst im öffentlichen RaumWien (KÖR), der Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia und der Swisslos Kulturförderung unterstützt.
Award des Architekturzentrums Wien ehrt Fotos zum Thema "Public Space".
Fotoaward im Zeichen des "Public Space"
Auch das Architekturzentrum Wien (Az W) steht im Zeichen des öffentlichen Raums. So ist der diesjährige "Az W Photo Award" eng mit der Herbstausstellung "Platz da!" verknüpft, die sich anlässlich des zehnten Jubiläums des "European Urban Public Space Awards" mit dem öffentlichen Raum auseinandersetzt.

Bis 1. September können Fotos zum Thema "Public Space" eingereicht werden. Die von einer Fachjury ausgewählten Beiträge und Siegerfotos werden im November zwei Wochen lang im Rahmen von "Eyes On - Monat der Fotografie" ausgestellt.

Der "Az W Photo Award" war vergangenes Jahr im Rahmen des Balkan-Schwerpunkts unter dem Motto "Architektur und Urbanismus in Südosteuropa" ins Leben gerufen worden. Die Ausstellung "Platz da! European Urban Public Space" zeigt von 14. Oktober bis 31. Jänner im Az W die Siegerarbeiten des "European Urban Public Space Awards" der vergangenen zehn Jahre.
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