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MI | 11.04.2012
Sexismus in der Werbung (Bild: Stadt Wien)
POLITIK
Sexistischer Werbung wird Kampf angesagt
Eine Werbekampagne der Brauerei Hirter hat bei Frauenstadträtin Sandra Frauenberger (SPÖ) das Fass zum Überlaufen gebracht: Sie sagt Sexismus in der Werbung den Kampf an. Protest-Musterbriefe werden angeboten.
Selbstkontrolle nicht ausreichend
Anlassfall ist die aktuelle Plakatkampagne der Kärntner Brauerei unter dem Titel "Hirter Fasstypen": Hierbei bedecken drei Frauen ihren nackten Oberkörper nur spärlich mit der einen Hand, während sie in der anderen ein Bier halten.

"Da die Selbstkontrolle der Werbewirtschaft in Sachen Sexismus nicht ausreichend ist, wird Wien hier eine Vorreiterrolle einnehmen", so Frauenberger. Die zwei Protest-Musterbriefe sollen Interessierte an betroffene Unternehmen bzw. den Werberat senden können.
Verletzung der "persönlichen Würde"
"Ich beanstande die Werbemaßnahme, da sie meiner Ansicht nach frauendiskriminierend bzw. sexistisch ist. Sie widerspricht sowohl den Menschenrechten von Frauen als auch den Bestimmungen des Selbstbeschränkungskodex' des Österreichischen Werberats", heißt es in dem zum Download angebotenen Musterbrief.

"Das dadurch vermittelte Frauenbild hat verheerende Auswirkungen auf die gesamte Gesellschaft und verletzt mich in meiner persönlichen Würde", heißt es weiter im Text.
Frauenberger fordert bundesweite Regelung.
Anzeige nach Jugendschutzgesetz möglich
Derzeit gebe es wegen der fehlenden bundesgesetzlichen Regelung nur die Möglichkeit, nach dem Jugendschutzgesetz Anzeige zu erstatten, so Frauenberger. Im Falle, dass mit Werbesujets Inhalte vermittelt würden, die junge Menschen in ihrer Entwicklung gefährden, könne eine Geldstrafe von bis zu 15.000 Euro verhängt werden.

"Eine bundesweite Regelung zur Eindämmung sexistischer Werbung und dazugehörige Sanktionen wären aber wünschenswert", so Frauenberger. Diese Regelung könne beispielsweise im Gleichbehandlungsgesetz verankert werden.

Eine Werbung sei schließlich nicht nur dann sexistisch, wenn mit nackten Frauenkörpern ein Produkt verkauft werden solle. Dies gelte auch dann, wenn Frauen abwertend oder sexualisiert dargestellt oder auf stereotype Rollen reduziert würden. Dieser Bilderflut seien Kinder tagtäglich ausgesetzt.
Unterschiedliche Zugänge
Bei der Opposition stößt die Maßnahme auf geteilte Meinungen. "Es ist höchst an der Zeit", kam von der grünen Frauensprecherin Monika Vana:"Sexistische Werbung nimmt leider wieder zu, es werden verstärkt Frauenkörper in der Werbung eingesetzt. Dieser Entwicklung muss ein Riegel vorgeschoben werden."

FPÖ-Generalsekretär Hans-Jörg Jenewein erinnerte hingegen mit den Coke-Light-Man an die legendäre männliche Werbefigur, wegen der keine Kampagne gestartet worden sei.
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