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MO | 13.02.2012
Werkbundsiedlung (Bild: APA/Herbert Pfarrhofer)
STADTENTWICKLUNG
Weiter Diskussion über Werkbundsiedlung
Wiener ÖVP und Grüne haben einmal mehr vor dem Verfall der Werkbundsiedlung in Hietzing gewarnt und deren Sanierung gefordert. Die Stadt will noch diesen Sommer ein Sanierungskonzept vorlegen.
Stillstand seit dem Jahr 1985
Seit Jahren verfällt mit der von Adolf Loos und Josef Frank geplanten Werkbundsiedlung eines der wichtigen architektonischen Bauwerke der 1930er Jahre. Nicht nur der Verputz an der Fassade bröselt, auch sonst muss einiges erneuert werden. Vor allem die feuchten Keller gefährden die Bausubstanz.

Seit der letzten Sanierung 1985 sei nichts passiert, die Siedlung zerbrösle, so die Kritik von ÖVP-Kultursprecher Franz Ferdinand Wolf. Er verlangte nun einmal mehr eine rasche Sanierung. Seit Jahren werde diese versprochen, passiert sei bisher nicht.

Eine Sanierung sei längst überfällig, hieß es auch von den Grünen. Gerade bei Bauten dieser Epoche sei eine weitere Verzögerung fatal.
Ein Josef-Hoffmann-Wohntrakt in der Werkbundsiedlung. (Bild: APA)
48 der 70 Häuser befinden sich im Besitz der Gemeinde Wien, der Rest ist Privateigentum.
Ein Andre Lurcat -Wohntrakt in der Werkbundsiedlung. (Bild: APA) Zehn Millionen für Sanierung
Wohnbaustadtrat Michael Ludwig (SPÖ) wollte die Kritik nicht so stehen lassen. Noch im Sommer will er ein mit dem Bundesdenkmalamt abgestimmtes Sanierungskonzept vorlegen. Dieses war allerdings zuletzt bereits im Februar angekündigt worden.

Bis Ende des Jahres sollen die Arbeiten in der Werkbundsiedlung beginnen. Bis zu zehn Millionen Euro würden an Kosten entstehen, so die Schätzung des Wohnbaustadtrates.
Modell für leistbares Wohnen
Vor rund 78 Jahren entstand im Westen Wiens ein avantgardistisches Bauprojekt, an dem sich 32 teils weltberühmte Architekten beteiligten: 1932 wurde die Werkbundsiedlung im noblen Hietzing eröffnet. Ihre Siedlungshäuser mit Mustereinrichtungen sollten als Modell für leistbares Wohnen dienen und standen nach ihrer Fertigstellung der Öffentlichkeit zwei Monate lang offen.

Organisiert wurde das Projekt vom Architekten Josef Frank, dem es vor allem um funktionelle Lösungen ging. Die meisten der geladenen Architekten - unter ihnen Adolf Loos, Margarete Schütte-Lihotzky, Josef Hoffmann und Clemens Holzmeister - waren bereits Mitglieder des Werkbundes.
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