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MI | 11.04.2012
Baustelle (Bild: ORF)
CHRONIK
Mehr Unfälle auf Baustellen tödlich
Die Zahl der Unfälle auf Baustellen ist im Vorjahr zwar zurückgegangen, es gab aber zwei Todesopfer mehr. Bei Kontrollen des Arbeitsinspektorats gibt es auf jeder dritten Baustelle Mängel.
Auch Arbeiter, die erstmals auf einer Baustelle waren, unter den Opfern.
Jugendliche und Leiharbeiter betroffen
2183 Arbeiter wurden im Jahr 2008 auf Baustellen in Wien verletzten, sieben von ihnen sind gestorben. Im Vorjahr sind 2077 schwere Unfälle am Bau gemeldet worden, neun endeten tödlich.

Betroffen sind von den tödlichen Arbeitsunfällen oft jugendliche und unqualifizierte Arbeitskräfte sowie Leiharbeiter.

Immer öfter waren auch Arbeitnehmer darunter, die erstmals auf einer Baustelle waren, sagte ein Arbeitsinspektor in der ORF-Sendung "Wien heute": "Manchmal denkt man sich, die Arbeiter denken überhaupt nicht mit."
Jede dritte Baustelle mit Mängeln
12 Arbeitsinspektoren sind für die Baustellen in Wien und Umgebung zuständig. Auf jeder dritten Baustelle gibt es Mängel, etwa Nichtbeachtung der Helmpflicht. Manchmal wird abgemahnt, immer öfter kommt es aber auch zu hohen Geldstrafen.

Jedes Jahr werden in Wien rund 6.000 Baustellen angemeldet. Knapp jede zweite wird von den Inspektoren geprüft.
Probleme mit "Hinterhofbaustellen"
Von der Gewerkschaft Bau-Holz heißt es, dass nicht die Großbaustellen das Problem sein, sondern kleine "Hinterhofbaustellen". Dort seien häufig Arbeitgeber, die die Mitarbeiter vom sogenannten Arbeiterstrich für kurzfristige Tätigkeiten holen und sofort auf die Baustelle lassen würden.

"Das ist so ungefähr wie Autofahren ohne Führerschein", meinte Ernst Koschitz von der Gewerkschaft Bau-Holz gegenüber "Wien heute".

Der Allgemeinen Unfallversicherungsanstalt AUVA zufolge hat ein Arbeitsunfall auf einer Baustelle durchschnittlich 18 Krankenstandstage zur Folge.
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