Wien ORF.at
MI | 11.04.2012
Hans Moser, 1964 (Bild: ÖNB)
LEUTE
Hans Moser: 130. Geburtstag einer Legende
Begnadeter Schauspieler, legendärer Wienerlieder-Interpret und liebenswürdiger Grantler mit Hang zum Geiz: So ist der am 6. August 1880 in Wien geborene Johann Julier alias Hans Moser vielen in Erinnerung geblieben.
Erste Hauptrolle am Burgtheater erst mit 75 Jahren.
Schauspielschule nach kaufmännischer Lehre
Geboren am 6. August 1880, als Sohn eines Bildhauers, besuchte Moser nach einer kaufmännischen Lehre die Schauspielschule in Wien. Nach Lehrjahren an diversen Wanderbühnen und Provinztheatern, holte ihn schließlich Max Reinhardt an das Theater in der Josefstadt.

Umjubelte Auftritte in New York und Berlin folgten. Die erste Hauptrolle am Wiener Burgtheater durfte der Erzwiener aber erst im Alter von 75 Jahren spielen.

Ebenfalls spätes Glück hatte der nuschelnde "Misanthrop mit Herz" beim Film. Er - der Prototyp des grantelnden Komikers und urwienerischen Menschendarstellers - wurde trotz seiner 150 Filmauftritte erst im Alter von 50 Jahren so richtig berühmt.
Theo Lingen und Hans Moser (Bild: ORF/EOS Entertainment)
Eigentliche Filmkarriere begann 1930
Moser begann beim Stummfilm, und war ab 1930 auch beim Farbfilm tätig. Mit "Geld auf der Straße" (1930) begann seine eigentliche Filmkarriere. Nörgelnde Hausdiener, Kellner, Fiaker oder Kofferträger gehörten zu den Paraderollen des Erzwieners, auch unversöhnliche Väter spielte er mit augenzwinkernder Sturheit.

Besondere Erfolge feierte er dabei vor allem im Zusammenspiel mit seinem kongenialen Lieblingspartner Paul Hörbiger.
Moser-Film "Ober, zahlen!", Österreich 1957 (Bild: ORF/EOS Entertainment) Verwechlungskomödie als Moser-Klassiker
"Hallo Dienstmann" - für den Franz Antel Regie führte - ist nicht zuletzt wegen des gleichnamigen Liedes, das sich zum Gassenhauer entwickeln sollte, der König aller Moser-Klassiker.

Professor Godai (Paul Hörbiger) von der Wiener Musikakademie geht darin als Dienstmann verkleidet auf einen Maskenball. Anschließend wird er im Bahnhofslokal von dem echten Dienstmann Anton (Hans Moser) um Hilfe gebeten.

Godai spielt mit, zumal ihn die Dame, deren Gepäck sie transportieren sollen, sehr interessiert. Die 1952 gedrehte Verwechslungskomödie gehört neben "Ober zahlen!" zu Mosers bekanntesten Filmen. Hans Moser verstarb 1964.
Ausschnitt "Hallo, Dienstmann": Im Bild (v.li.): Annie Rosar (Rosa), Maria Andergast (Fr. Brandstätter), Hans Moser (Anton), Paul Hörbiger (Godai) (Bild: ORF/Kirch Media)
"Der ewige Dienstmann" im Portrait
Am 6. August jährt sich der Geburtstag des Volksschauspielers zum 130. Mal. Aus diesem Anlass zeigt der ORF ein Portrait des Schauspielers.

Regisseur Wolfgang Liemberger zeichnet darin mit Erzählungen seiner Nichte und prominenter Schauspielkollegen ein differenziertes Bild des privaten Menschen Hans Moser.

Zu Wort kommen etwa Oscar-Preisträger Christoph Waltz, Senta Berger, Waltraud Haas, Franz Antel, Karl Merkatz, Elfriede Ott und Otto Schenk.
Erwin Steinhauer als "alter Moser" (Bild: APA/Herbert Pfarrhofer)
Erwin Steinhauer als Hans Moser.
Wirbel um "Moser"-Stück von Franzobel
Zuletzt hatte ein Theaterstück des Autors Franzobel für Aufregung gesorgt, in dem Erwin Steinhauer als Moser auf der Bühne stand.

In "Moser oder die Passion des Wochenend-Wohnzimmergottes", das in der Josefstadt zur Uraufführung gelangte, beleuchtete der Autor besonders die Rolle Mosers in der Zeit des Nationalsozialismus.

"Die Nazizeit brachte ihn, den Unpolitischen, steil nach oben. Er wurde bestverdienender Schauspieler, wurde von den Massen geliebt und verkörperte das minimal widerständige Österreich", sagte Franzobel in einem Interview.
Ganz Österreich
Wien News

 
TV-Programm TV-Thek Radio Österreich Wetter Sport IPTV News