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JUSTIZ |
31.08.2010 |
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Helmut Elsner bleibt weiter in U-Haft
Der ehemalige BAWAG-Chef Helmut Elsner bleibt vorerst weiter im Gefängnis. Das Wiener Oberlandesgericht (OLG) hat am Dienstag den mittlerweile 15. Enthaftungsantrag abgewiesen und die Fortsetzung der U-Haft angeordnet.
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Spekulationen über Enthaftung Elsners entkräftet. |
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"Gesundheitszustand nicht so dramatisch"
"Der Gesundheitszustand ist nicht so dramatisch, dass die Fluchtgefahr aufgehoben wäre", erläuterte OLG-Sprecher Raimund Wurzer am Dienstagabend im Gespräch mit der APA.
In verschiedenen Medien war zuletzt heftig über die angeblich bevorstehende Enthaftung Elsners spekuliert worden, nachdem das OLG im Zuge einer anhängigen Haftbeschwerde ein ergänzendes kardiologisches Gutachten angefordert hatte.
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Elsner hat laut Patientenbrief 105 Kilogramm
Grund für die Spekulationen war ein Patientenbrief des Wiener Wilhelminenspitals, wo Elsner nach einer Bypassoperation wiederholt stationär behandelt wurde.
"Die permanente Stressbelastung sowie die für den Gesundheitszustand nicht zuträglichen Haftbedingungen können zu einem Fortschreiten der Grunderkrankung mit potenziell deletären Folgen führen", hieß es in dem Patientenbrief.
Die Herzschwäche sei so dramatisch, dass sie nicht nur bei körperlicher Belastung, sondern auch im Ruhezustand zu Beschwerden führe. Weiters sei die Nierenfunktion "höhergradig eingeschränkt", zudem leide Elsner an Gicht und zu hohem Blutdruck. Der Ex-Banker brachte zuletzt bei einer Körpergröße von 175 Zentimeter 105 Kilogramm auf die Waage.
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Medizinische Gründe für OLG nicht ausreichend. |
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Neues Gutachten für Enthaftung "zu schwach"
Das neue, vor zwei Wochen im Justizpalast eingelangte Gutachten des Herzspezialisten Gerhard Kronik reichte nach Ansicht des OLG aber nicht aus, um Elsner aus medizinischen Gründen auf freien Fuß zu setzen.
Die Berufung auf den Gesundheitszustand Elsners vermöge den vorliegenden Haftgrund nicht zu entkräften, sagte der OLG-Sprecher. Auf Details der Expertise wollte Wurzer mit dem Hinweis auf Elsners Privatsphäre nicht eingehen.
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Elsner Kanditat für Fußfessel. |
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U-Haft für Verteidiger "nicht nachvollziehbar"
"Aus Sicht des Verteidigers ist diese Entscheidung nicht nachvollziehbar", reagierte Helmut Elsners Rechtsbeistand Jürgen Stephan Mertens. Ich bin verblüfft, zumal das medizinische Gutachten besagt, dass sich sein Gesundheitszustand deutlich verschlechtert hat und eine Flucht damit immer unwahrscheinlicher ist", meinte Mertens im Gespräch mit der APA.
Ob Elsner nun eine Fußfessel beantragen wird - ab 1. September besteht für Langzeit-U-Häftlinge die Möglichkeit, die für sie an sich vorgesehene Haft in Form eines elektronisch überwachten Hausarrests daheim abzusitzen - wird sich laut Mertens möglicherweise bereits am Mittwoch entscheiden: "Ich möchte mir vorher die Begründung des OLG anschauen und mit der Familie meines Mandanten Rücksprache halten."
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Seit dreieinhalb Jahren in U-Haft
Der ehemalige BAWAG-Chef, der Anfang Juli 2008 wegen Untreue, schweren Betrugs und Bilanzfälschung zu neuneinhalb Jahren verurteilt wurde und nach wie vor auf einen Termin für sein Rechtsmittelverfahren wartet, befindet sich seit dreieinhalb Jahren in U-Haft. Elsner ist mittlerweile 75 Jahre alt.
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wien.ORF.at
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