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POLITIK |
02.09.2010 |
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Vassilakou will in Bezirken durchgreifen
Nach den Querelen bei den Grünen will Klubchefin Maria Vassilakou die Autonomie der lokalen Gruppen in Personalfragen einschränken. Kandidaten für Spitzenfunktionen sollen sich künftig in Hearings bewähren.
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Vassilakou sieht einen "Weg, der mit Schmerzen verbunden ist". |
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Hearing soll Positionen früher klären
Derzeit sind die Grünen Bezirksorganisationen in Personalentscheidungen völlig autonom. Diese Strukturen will Vassilakou ändern. Jeder, der sich bei den Grünen als Bezirksvorsteher oder für eine andere Spitzenfunktion bewirbt, soll sich demnach zur Halbzeit einer Funktionsperiode einem Hearing stellen.
So sollen die Entscheidungen rechtzeitig und transparent gefällt werden, hofft Vassilakou. Sie spricht von einem "Weg, der mit Schmerzen verbunden ist, aber die einzige Garantie, dass es keine Querelen mehr gibt".
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Vassilakou: "Mein Zorn ist groß"
Mit dem Vorschlag reagiert Vassilakou auf die Abspaltungen von Grünen in Mariahilf und der Josefstadt sowie auf den Wechsel des bisherigen Grünen Bundesrats Stefan Schennach zur SPÖ.
Für sie entsteht derzeit "ein völlig verzerrtes Bild der Grünen, das nicht den Tatsachen entspricht". Gut 500 Menschen seien in Wien für die Grünen aktiv, dazu gebe es 1.500 Mitglieder. Demgegenüber stünden in Mariahilf und der Josefstadt zwölf Menschen, die aus Enttäuschung über den Listenplatz eigene Listen erstellt hätten.
Den Grünen aufgrund persönlicher Befindlichkeiten den Rücken zu kehren sei vor allem im Wahlkampf bedauerlich, "mein Zorn ist groß". Auf die Frage, warum sie kein Machtwort spreche, meinte Vassilakou in einem APA-Interview: "Ich bin Klubobfrau, ich bin kein Dompteur."
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Voggenhuber bezeichnet Schennach als "hochintegre politische Figur". |
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Voggenhuber wünscht "alles Gute"
Der Wechsel von Bundesrat Stefan Schennach zur SPÖ sorgt bei den Grünen weiter für Gesprächsstoff.
Für den frühere EU-Abgeordneten Johannes Voggenhuber ist Schennach eine "Schlüsselfigur der Grünen" gewesen, seine Arbeit in der Außenpolitik sei aber von der Partei "nie wahrgenommen" worden. Er bezeichnete Schennach als "hochintegre politische Figur" und als "Grünen der ersten Stunde".
Schennach sei eine Persönlichkeit, die etwas erreichen wolle - dass er mehr Möglichkeiten sehe, seine Anliegen in einer anderen Partei umzusetzen, sei nach 20 Jahren "bitter".
Der Wechsel zur SPÖ werde den Grünen schaden, so Voggenhuber. Weitere Diagnosen wolle er nicht ausstellen, er bedauere jedenfalls Schennachs Wechsel und wünsche ihm alles Gute für seine Anliegen, so Voggenhuber.
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Gesinnung nicht "wie Hemden wechseln"
Schennach "wollte um alles in der Welt Bundesrat bleiben", dass ihm das so viel wert sei, seine Gesinnung zu wechseln, sei "bedauerlich", meinte hingegen der Nationalratsabgeordnete Peter Pilz.
Wenn Bundesräte ihre Gesinnung "wie Hemden wechseln", müsse man über die Institution selbst nachdenken, forderte Pilz die Abschaffung der Länderkammer.
Die Volksanwältin und langjährige Grün-Politikerin Terezija Stoisits findet Schennachs Vorgangsweise indes "mehr als befremdlich" und "höchst illoyal" gegenüber seinen Parteifreunden. Sie sei "enttäuscht", sagte Stoisits.
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oe1.ORF.at; 2.9.10
Die Wiener Grünen haben als die mit Abstand stärkste Landesgruppe der Grünen bei dieser Wahl sehr viel zu verlieren, wie Wahl- und Meinungsforscher bestätigen. Gewinner dürfte die SPÖ sein.
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wien.ORF.at; 1.9.10
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