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MO | 13.02.2012
Nachrichtenmagazin "profil" Logo (Bild: profil-online)
MEDIEN
"profil" feiert 40-jähriges Bestehen
Das Nachrichtenmagazin "profil" feiert sein 40-jähriges Bestehen. Sein Gründer Oscar Bronner hält "profil" mittlerweile für das einzige Nachrichtenmagazin in Österreich, zum 40er gibt es zur normalen Ausgabe ein Jubiläumsheft.
Gründung, weil "Aufdeckerjournalismus fehlte".
Beschlagnahmungen in der Anfangsphase
Weil es 1970 in Österreich keinen Aufdeckerjournalismus gegeben habe, habe er "profil" gegründet, meinte Oscar Bronner zur Entstehung des Nachrichtenmagazins. Nach ersten Enthüllungen gab es in der schwierigen Anfangsphase auch regelmäßig Beschlagnahmungen.

Bronner spricht rückblickend von einem "Ritt über den Bodensee": "Damals haben wir wöchentlich ums Überleben gekämpft. In der Anfangszeit haben nicht sehr viele Menschen an die Überlebensfähigkeit eines solches Heftes geglaubt. Außerdem haben wir uns einige sehr mächtige Feinde gemacht, die auch noch ihr übriges dazu taten, um das Überleben schwer zu machen."
Bronner (Bild: APA/Gindl)
Duell um Vorherrschaft bei Magazinen
Bronner hatte das "profil" 1974 verlassen. "profil" entwickelte sich in den 1980er Jahren zum journalistisch dominierenden Nachrichtenmedium. In den 1990er Jahren kam es zunächst zu einem Duell mit "News", später entwickelte sich auch "Format" zum Konkurrent.

Die "Magazinschlacht" endete mit einer Fusion: "profil" ging 2001 an die Verlagsgruppe News, was in der Branche spöttisch unter "Formil" subsumiert wurde.

Für Gründer Oscar Bronner hat sich "profil" den Platz als einziges Nachrichtenmagazin des Landes zurückerobert: "Das 'News' nennt sich nur Nachrichtenmagazin und 'Format' hat sich letztendlich zu einer Art Wirtschaftsmagazin gewandelt", so Bronner.

Auch inhaltlich sieht Bronner die Grundidee weiterhin verwirklicht: "Im wesentlichen erfüllt es die Funktion, die ihm zugedacht war: Unabhängig von allen Rücksichtnahmen mit dem Leser auf Augenhöhe kommunizieren, Missstände aufdecken, und den Lesern möglichst gut geschrieben die Fakten präsentieren."
"profil"-Herausgeber Christian Rainer (Bild: APA/Walter Wobrazek) Rainer: "profil" blieb sich treu
"profil"-Herausgeber Christian Rainer glaubt, dass sich das Heft in den vergangenen 40 Jahren "in nachgerade gespenstischer Weise treugeblieben ist". Für ihn gibt es zwei Säulen: "Das Magazin war schon immer sehr stark vom Leitartikel und anderen Meinungsartikeln sowie vom Investigativen geprägt."

Zum "Vierziger" gibt es zusätzlich zur normalen Ausgabe ein Jubiläumsheft. "Ein buntes Ding, das man eher lesen sollte wie ein Buch, nicht wie ein Magazin", so Rainer. "Das darf schon ein Monat am Nachtkästchen liegen."

Der Herausgeber glaubt auch einen 50. Geburtstag. Angesichts der allgemeinen Erholung auf den Anzeigenmärkten habe "profil" eine "ordentliche hoch einstellige Rendite erwirtschaftet", heuer werde sie wieder zweistellig.

Bei den Vertriebserlösen schließe man an das "historische" Jahr 2008 an, so Rainer. Eine Preiserhöhung der Einzelhefte von 2,80 auf 3,20 Euro im Vorjahr wurde von der Leserschaft ohne weiteres hingenommen. "Drei E-Mails waren die Folge".
Keine Konkurrenz für Nachrichtenmagazine
Das Geschäftsmodell Nachrichtenmagazin sieht der Herausgeber nicht bedroht. "Den großen investigativen Journalismus können sich hierzulande nur Magazine leisten", meint Rainer.

Auch in Deutschland sei das meistzitierte Medium nach wie vor "Der Spiegel", und dass eine Tageszeitung wie die "Washington Post" den Watergate Skandal aufdecken konnte, hält er für ein amerikanisches Spezifikum.

Vielmehr sieht Rainer die Tageszeitungen durch die "sekundenaktuellen Medien" im Internet bedroht. Zwar seien die Geschichten in Zeitungen "eher reportagig" angelegt, den Verdrängungswettbewerb sieht er aber "ganz klar gegenüber den Tageszeitungen".

Den eigenen Online-Auftritt beschreitet das "profil" seit etwa zwei Jahren sehr reduziert in Form von Meinungsblogs, wobei die Website auch des öfteren dazu genutzt werde, eigene Exklusivgeschichten vor Erscheinen des Magazins bekanntzumachen.
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