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MO | 13.02.2012
Natascha Kampusch (Bild: dpa/Marcus Brandt)
CHRONIK
Details des Martyriums in Kampusch-Biografie
Dieser Tage erscheint die Autobiografie "3096 Tage" von Natascha Kampusch. Das Buch gilt als programmierter Bestseller. In ersten Auszügen werden immer mehr Details ihres Martyriums bekannt.
Buch beleuchtet Selbstmordgedanken und Gewalt.
Priklopil rasierte seinem Opfer den Kopf kahl
Die heute 22-Jährige Kampusch habe sich dreimal das Leben nehmen wollen, musste sich von ihrem Entführer Wolfgang Priklopil an ihn mit Kabelbindern in sein Bett fesseln, den Kopf kahlrasieren und ein anderes Mal die Haare bleichen lassen, wie es in der Tageszeitung "Kurier" heißt.

Auch eine Aussage während des Kidnappings, die seit längerem für Spekulationen über Komplizen von Priklopil sorgt, wird laut "Krone" zitiert: "Dann telefonierte er wieder. Nachdem er aufgelegt hatte, sagte er 'Ich bringe dich jetzt in einen Wald und übergebe dich den anderen.'."

Im Bezug auf die erste Zeit im Verlies beschreibt Natascha Kampusch in ihrer Autobiografie vor allem die Einsamkeit als bedrückend: "Ich kämpfte um seine Aufmerksamkeit, darum, dass er sich mit mir beschäftigte, mit mir spielte. Die Zeit allein im Verlies machte mich wahnsinnig."
Rede auch von Schlägen und Brandwunden
Beim Schildern ihres Martyriums berichtet Kampusch auch von Schlägen, Brandwunden und Würfen mit einem Stanleymesser. "Über ein Mikrofon hat er Befehle ausgegeben. Wie im Spital oder in chinesischen Restaurants, wo oben so ein Lautsprecher ist, und man kann nichts machen, man muss sich das anhören", schilderte sie weiter im "Kurier"-Interview.

" Habe ich mich gewehrt? Habe ich versucht, seine perfekte Inszenierung zu stören? Ich muss mich gewehrt haben, denn am nächsten Tag hatte ich ein blaues Auge. An den Schmerz durch den Schlag kann ich mich allerdings nicht mehr erinnern, nur an das Gefühl lähmender Ohnmacht", so eine Textpassage aus der Autobiografie in der "Kronen Zeitung".
Der Buchtitel nennt die Zeit der Gefangenschaft.
"3096 Tage" ab 8. September im Handel
Der Titel "3096 Tage" nennt exakt die Zeit, in der sich das 1998 im Alter von zehn Jahren entführte Mädchen in der Gewalt Wolfgang Priklopils befand. Prikopil beging am Tag von Natascha Kampuschs Flucht aus seinem Haus in Strasshof Selbstmord.

Offizieller Erscheinungstermin der Autobiografie ist am 8. September. In der Buchhandlung Thalia in Wien-Landstraße wird "3096 Tage" schon ab 7. September erhältlich sein. Dort wird am 9. September eine Lesung mit Natascha Kampusch stattfinden, zur Vorbereitung der Lesung werden Exemplare schon früher angeliefert.
Die kolportierte Erstauflage beträgt 50.000 Stück.
Biografie erscheint in elf Ländern
Wegen der Lesung wird die Filiale am Donnerstag schon um 18.00 Uhr gesperrt, für die Besucher der Lesung bleibt nur ein Seiteneingang offen. Film- und Fotoaufnahmen sind während der Lesung verboten, Natascha Kampusch wird keine Bücher signieren, in den ersten Reihen werden für sie vertraute Personen sitzen.

Die Autobiografie "3096 Tage" erscheint in elf Ländern, neben Österreich auch in Deutschland, in der Schweiz, Großbritannien, Irland, Frankreich, in den Niederlanden, Belgien, Kanada, Neuseeland und Australien. Herausgegeben wird das Buch im List-Verlag, die kolportierte Erstauflage beträgt 50.000 Stück. "3096 Tage" ist 220 Seiten stark.
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