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KULTUR |
09.09.2010 |
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"Heldenplatz" wieder in Wiener Theater
Bei der Uraufführung vor 22 Jahren hatte es heftige Debatten gegeben, jetzt kommt "Heldenplatz" von Thomas Bernhard wieder auf eine Wiener Bühne. Am Donnerstag feierte das Stück Premiere am Theater in der Josefstadt.
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Michael Degen in der Hauptrolle
Er sehe "Heldenplatz" als "eine weitergeführte Form von 'Warten auf Godot'", sagte Regisseur Philipp Tiedemann in einem "Presse"-Interview. "Wir sehen Menschen, die wie in einem verbalisierten Hamsterrad glauben, sich unaufhörlich motorisch bewegen zu müssen, sie kommen aber keinen Schritt voran."
Im Mittelpunkt von "Heldenplatz" steht Robert Schuster. Nach dem Begräbnis seines Bruders räsoniert er über den politischen Zustand Österreichs 50 Jahre nach dem Anschluss. Der Bruder hatte sich vor seiner neuerlichen Emigration aus dem Fenster gestürzt.
In der Rolle des Robert Schuster wird Michael Degen zu sehen sein. In der Burgtheater-Inszenierung hatte Wolfgang Gasser in dieser Rolle brilliert und dafür die Kainz-Medaille erhalten.
In weiteren Rollen sind im Theater in der Josefstadt Sona McDonald, Gertraud Jesserer und Marianne Nentwich zu sehen.
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Medien- und Politikdebatte um "Heldenplatz"
Vor 22 Jahren war um "Heldenplatz" ein Skandal entstanden, noch bevor der Text des Stücks bekannt war. Burgtheaterdirektor Claus Peymann hatte die Uraufführung des Thomas Bernhard-Stücks für den 14. Oktober 1988, dem 100. Geburtstag des Wiener Burgtheaters, geplant.
Die Premiere musste auf 4. November 1988 verschoben werden und erste Textauszüge sorgten für Aufregung unter Medien und Politikern. "Steuerzahler soll für Österreich-Besudelung auch noch bezahlen!" titelte etwa die "Kronen-Zeitung".
Der damalige Vizekanzler Alois Mock (ÖVP) sah nicht ein, "weshalb eine globale Beschimpfung Österreichs auch noch mit Steuergeldern finanziert wird". Ex-Kanzler Bruno Kreisky (SPÖ) meinte: "Das darf man sich nicht gefallen lassen!" und Bundespräsident Kurt Waldheim sah "eine grobe Beleidigung des österreichischen Volkes".
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Begeisterung nach Premiere
Trotz verschiedener Boykott-Aufrufe fand die Uraufführung am 4. November 1988 statt. Das Burgtheater war ausverkauft, das Publikum reagierte mehrheitlich mit Begeisterung, teils überklatschte und überjubelte es immer wieder Aktionen einiger Störtrupps.
Durch die Zwischenrufe und Szenenapplaus wurde die Aufführungsdauer von dreieinviertel auf viereinviertel Stunden verlängert, der Schlussbeifall für Regisseur Claus Peymann und Autor Thomas Bernhard dauerte 32 Minuten.
"Heldenplatz" wurde im Burgtheater 120 mal aufgeführt und damit eine der erfolgreichsten Produktionen. Thomas Bernhard starb nur wenige Monate nach der Premiere am 12. Februar 1989 in Gmunden.
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wien.ORF.at; 21.5.07
Burgschauspieler Wolfgang Gasser ist am Sonntag im Alter von 79 Jahren in Wien gestorben. Das teilte das Burgtheater in einer Aussendung mit. Zuletzt war er in "König Ottokars Glück und Ende" zu sehen.
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