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CHRONIK |
09.09.2010 |
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Publikum von Kampusch-Lesung beeindruckt
Unter strengen Sicherheitsvorkehrungen hat Donnerstagabend die Lesung von Natascha Kampusch aus ihrer Autobiografie in einer Wiener Buchhandlung stattgefunden. Die rund 800 Personen im Publikum zeigten sich beeindruckt und gerührt.
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"Irgendwie wie im Theater"
Im Erdgeschoß waren Bildschirme für eine Liveübertragung aufgebaut. Kampusch wurde nach einem Fototermin für Journalisten über einen Notausgang in das Geschäft geschleust. Sie trat in einem beigen Seidenkleid und hohen Stöckelschuhen auf.
Begleitet von ORF-Moderator Christoph Feuerstein zeigte sie sich aufgeregt, auch angesichts des zahlreich erschienenen Publikums. "Ich bin sprachlos", sagte Kampusch in einem ersten Statement. "Es ist irgendwie wie im Theater. Es ist irgendwie seltsam vor so viel Publikum."
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 Der Titel "3096 Tage" nennt exakt den Zeitraum, über den hinweg sich das 1998 entführte Mädchen in Gefangenschaft befand. |
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"Ich wollte dieses Ballastpaket loswerden"
Auf 284 Seiten schildert die 22-Jährige ihr mehr als acht Jahre dauerndes Martyrium vom Tag der Entführung bis zur Flucht. Sichtlich nervös, mit leiser und teilweise zittriger Stimme las sie fünf Passagen aus "3096 Tage" vor.
"Es ist genug Zeit vergangen. Ich wollte dieses Ballastpaket loswerden und ein neues Leben beginnen. Das Buch war zur Verarbeitung sehr gut. Jetzt steht alles da drinnen, jetzt muss ich mich nicht mehr damit befassen", begründete Kampusch das Niederschreiben ihrer Erlebnisse in der Gefangenschaft.
Das Buch sei für Leute, die die wahre Geschichte lesen wollen, sagte Kampusch weiter. Kapital wolle sie nicht daraus schlagen.
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Publikum zeigte sich betroffen. |
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Mutter Sirny stolz auf ihre Tochter
Immer wieder schweifte Kampuschs Blick zu ihrer Mutter Brigitta Sirny in der ersten Reihe. Sie sei sehr stolz auf ihre Tochter, betonte Sirny.
Das Publikum nahm Kampuschs Geschichte sichtlich betroffen auf. "Beeindruckend, das hätte ich mir nicht gedacht", sagte ein Zuhörer. Eine Lehrerin aus Kampuschs ehemaliger Volksschule hofft, dass mit dem Buch die Vorurteile über das Entführungsopfer abgebaut werden. "Sie ist ein liebes Mädchen", sagte sie. "Ich finde sie großartig und sie soll so weitermachen", so eine Zuhörerin.
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Film soll "keine Hollywood-Produktion" werden. |
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"Eigentlich ein Hollywood-Stoff"
Kampusch selbst denkt im Bezug auf ihre Zukunft derzeit besonders an die bevorstehende Verfilmung ihrer Geschichte: "Es ist auch interessant, diese Paranoia des Täters zu zeigen und wie ein Mensch in einem so kleinen Raum leben kann, ohne verrückt zu werden", meinte sie zu Feurstein. "Es ist eigentlich ein Hollywood-Stoff, aber es wird kein Hollywood, sondern eine deutsche Produktion."
Verfilmungsangebote kurz nach ihrer Flucht im Jahr 2006 habe sie aus Angst vor kitschigen TV-Streifen abgelehnt: "Ich habe das damals pietätlos gefunden." Mit der Zeit habe sie mehr Abstand zu den Geschehnissen gewonnen und könne bei der Entstehung des Drehbuchs mitbestimmen. "Es beruhigt mich, dass ich Einfluss nehmen kann", so die 22-Jährige.
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Strenge Sicherheitsvorkehrungen
Insgesamt sorgte ein 31-köpfiges Security-Team des Österreichischen Wachdienstes (ÖWD) für Sicherheit bei der Lesung. Es kam zu keinen Zwischenfällen. Auch vonseiten der Polizei wurden keine Vorkommnisse berichtet.
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Buch erscheint in elf Ländern
"3096 Tage" erscheint in elf Ländern, neben Österreich auch in Deutschland, in der Schweiz, Großbritannien, Irland, Frankreich, in den Niederlanden, Belgien, Kanada, Neuseeland und Australien.
Herausgegeben wird das Buch im List-Verlag. Angaben über die Startauflage machte der Verlag nicht, kolportiert werden 50.000 Stück.
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wien.ORF.at; 6.9.10
Das Buch "3096 Tage" gilt als programmierter Bestseller. In ersten Auszügen werden immer mehr Details ihres Martyriums bekannt.
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