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MI | 11.04.2012
Erdbeben-Simulation (Bild: ORF)
CHRONIK
Erdbeben in Innenstadt simuliert
In der Innenstadt ist am Mittwoch der Ernstfall geprobt und ein Erdbeben simuliert worden. Ein Gründerzeithaus wurde in eine für Menschen nicht wahrnehmbare Schwingung versetzt, um den Zustand der Bausubstanz zu erheben.
Erdbeben-Simulation (Bild: ORF)
Für Menschen war Erschütterung nicht wahrnehmbar sein.
Sensoren messen die Auswirkungen
An der Ecke Operngasse/Elisabethstraße wurde ein Tieflader aufgebaut. Ein darauf aufgesetzter 3,5 Tonnen schwerer Betonklotz wurde bei dem Experiment von Experten mit einer speziellen Erdbebenfrequenz über Computer in Schwingung versetzt.

Wird ein Bauwerk mit seiner Eigenschwingung angeregt, können sich bei schlechter Bauweise diese Schwingungen immer mehr aufschaukeln, der Fußboden fängt an, wie eine Gitarrensaite zu vibrieren. Wird bei einem Erdbeben diese Eigenschwingung getroffen, kann es zur Katastrophe kommen, wenn auch nur ein Stockwerk von dem Problem betroffen ist.
Eigenschwingung kann verändert werden
Kennt man nach den Messungen die Parameter für ein Gebäude, kann man entweder mit zusätzlichen Trägern und Stützen das Stockwerk verstärken. Oder man "verstimmt" das Gebäude, man verändert also die Eigenschwingung mit baulichen Maßnahmen so, dass sie nicht im Frequenzspektrum heimischer Beben vorkommt. Eine Methode, die zum Beispiel beim Brückenbau ganz selbstverständlich ist.
Zum Schutz alter Häuser
Bei der Simulation des "Mini-Erdbebens" haben 48 Sensoren die Auswirkungen auf das Gebäude gemessen. Bis Ende des Monats werden die Ergenisse der für Menschen nicht wahrnehmbaren Erschütterung ausgewertet.

Der Versuch dient der Erhaltung der 35.000 Gründerzeithäuser Wiens. Die Erkenntnisse der Erdbebensimulation sollen helfen, ein einfaches Berechnungsmodell zur Überprüfung und zeitgemäßen Gebäudesanierung zu schaffen.

Mit der Methode werden zudem auch jene Bauwerke getestet werden, die während und nach einem Erdbeben funktionstüchtig bleiben müssen, also zum Beispiel Spitäler oder die Wasserversorgung.
Video: "Wien heute" war dabei
"Wien heute"-Redakteur Norbert Filala war bei der Simulation dabei. Seinen Bericht können Sie hier nachsehen.

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