Wien ORF.at
MI | 11.04.2012
AKH (Bild: ORF.at/Patrick Wally)
CHRONIK
Korruption im AKH: Gespräche veröffentlicht
Neuer Wirbel rund um die Korruptionsvorwürfe gegen das AKH: Die Wochenzeitung "Falter" veröffentlichte heimlich mitgeschnittene Gespräche aus der AKH-Chefetage. Vier Beamte wurden inzwischen vom AKH angezeigt.
Zwischenbericht der Staatsanwaltschaft soll Beamte belasten.
Seit Sommer Ermittlungen gegen vier Beamte
Die Telefonprotokolle aus der AKH-Chefetage dokumentieren dem Magazin zufolge, "wie kaltschnäuzig und brutal hohe Magistratsbeamte mit Unternehmern umspringen, die nicht mitpackeln wollten sondern Rechtsschutz suchten".

Laut dem Blatt sollen im Zwischenbericht der Staatsanwaltschaft Mitarbeiter des AKH im Verdacht stehen, "als Beamte der Gemeinde Wien (...) ihre Befugnis wissentlich missbraucht zu haben".

Die beschuldigten vier Beamten wurden inzwischen vom AKH angezeigt. Das sagte der ärztliche Direktor des Spitals, Reinhard Krepler, am Dienstag auf Anfrage der APA. Seit Sommer ermittelt laut "Falter" die Justiz gegen die beschuldigten Mitarbeiter des Wiener Magistrats.
Auftrag an Freund eines AKH-Beamten?
Ein 50 Millionen Euro-Auftrag rund um die Reinigung des Spitals soll nicht an den Bestbieter vergeben worden sein, sondern laut "Falter" an einen Freund eines AKH-Beamten.

Konkret geht es in den aufgezeichneten Gesprächen um die mutmaßliche Drohung gegen den Reinigungsunternehmer Janus, der seit dem Jahr 2000 für die Hygiene im AKH verantwortlich war und nun das Haus verlassen muss.

Obwohl die Janus-Gruppe um drei Millionen Euro pro Jahr billiger anbot als ein Konkurrenzunternehmen, habe sie den Kürzeren gezogen.
Unternehmer soll "keine Brösel machen".
Neue Firma behält Reinigungsauftrag
Janus wollte beim Vergabekontrollsenat Beschwerde einlegen und wurde von den Spitzenbeamten des AKH vorgeladen. Am Beginn eines vertraulichen, aber mitgeschnittenen Gesprächs soll ein Beschuldigter gedroht haben, dass der Unternehmer nie wieder einen Auftrag der Stadt Wien erhalten werde, wenn er seinen Einspruch nicht zurückziehe.

Ein anderer Beamter riet Janus, er möge "keine Brösel machen", sondern sich arrangieren. Die Beschuldigten weisen alle Vorwürfe von sich, es gilt die Unschuldsvermutung. "Ich stehe in keiner Weise hinter dem Verhalten der Beamten", sagte Krepler zur APA.

Die Beschuldigten seien inzwischen angezeigt und ein Disziplinarverfahren eingeleitet worden. Laut AKH seien zwei Mitarbeiter bereits suspendiert. Der Firma, die den Reinigungsauftrag letztlich erhalten hat, könne dieser aber nicht entzogen werden, "da sich diese nicht unrechtmäßig verhalten hat", so der Direktor.
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