Wien ORF.at
MI | 11.04.2012
AKH (Bild: ORF.at/Patrick Wally)
CHRONIK
Firma wehrt sich gegen Korruptionsvorwürfe
Im Fall des Korruptionsverdachts im AKH hat jene Firma, die den Großauftrag für die Reinigung erhalten hat, alle im Raum stehenden Vorwürfe zurückgewiesen. Es sei niemals Geld geflossen, man sei über die Causa "sehr, sehr betroffen".
Geschäftsführer sieht Ruf der Firma gefährdet.
"Alles ist normal gelaufen"
Der Personaldienstleister "Ago Group" ist laut Angaben eines Geschäftsführers seit zehn Jahren im AKH tätig. Der Ruf der Firma sei nun gefährdet, "obwohl wir der Gewinner der Ausschreibung sind", so Heinrich Lachmuth von "Ago Group".

Unregelmäßigkeiten im Zusammenhang mit der Auftragsausschreibung seien ihm nicht aufgefallen, versicherte er: "Alles ist normal gelaufen." Auch die Einschulung der Mitarbeiter laufe plangemäß.

Dass der Mitbewerber später unter Druck gesetzt worden sein soll, wie die bisher im AKH tätige und nicht mehr zum Zug gekommene Firma behauptet hat, habe man aus den Medien erfahren. Gegenüber der Firma Ago habe sich das AKH stets professionell verhalten.
Vermutungen wegen Unregelmäßigkeiten.
Verdächtige Aussagen von AKH-Mitarbeitern
Bis jetzt hatte es keine konkreten Korruptionsvorwürfe gegen das Unternehmen selbst gegeben. Allerdings erschienen Aussagen von - inzwischen zum Teil pensionierten oder suspendierten - AKH-Mitarbeitern verdächtig.

Einige sollen bei ihren Befragungen vor der Disziplinarbehörde und der Staatsanwaltschaft widersprüchliche Aussagen gemacht haben. Seither gibt es Vermutungen, dass es zu Unregelmäßigkeiten bei der Vergabe gekommen ist.
Alle Auftragsvergaben seit 2008 werden geprüft.
Externes Prüfunternehmen macht Stichproben
Das Allgemeine Krankenhaus in Wien prüft nun aber jedenfalls alle Auftragsvergaben seit 2008, zumindest stichprobenartig. Sie holt sich dazu Unterstützung von außen: Ab Donnerstag, beginnt die Suche nach einem externen Prüfunternehmen, wie ein Sprecher des Krankenanstaltenverbundes (KAV) betonte.

Der im Bieterverfahren unterlegene Unternehmer sieht sich als Korruptionsopfer und ist überzeugt, dass die Konkurrenz unrechtmäßig bevorzugt worden ist. Am Zuschlag für die "Ago Group" ist jedoch nicht mehr zu rütteln, wie AKH-Chef Reinhard Krepler am Mittwoch erklärt hat.
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