Wien ORF.at
MI | 11.04.2012
fucking different TEL AVIV (Bild: Jüdisches Filmfestival Wien 2010)
VERANSTALTUNG
Gangsterstorys beim Jüdischen Filmfestival
Das Jüdische Filmfestival Wien gibt derzeit 19 Tage lang Einblick in jüdisches Filmschaffen. 28 Spiel- und Dokumentarfilme werden gezeigt. Die Schwerpunkte liegen auf Gangstergeschichten und dem orientalischen Judentum.
Mensch (Bild: Jüdisches Filmfestival Wien 2010)
Auch der österreichische Film "Carl Djerassi - Wiens verlorener Sohn" wird gezeigt.
"Keine Morde am Schabbat"
Das Jüdische Filmfestival 2010 beginnt menschlich: In dem französische Streifen "Mensch" erzählt der Regisseur Steve Suissa die Geschichte eines Tresorknackers, der darum kämpft, ein "guter Mensch" zu werden. Immerhin möchte er seinem neunjährigen Sohn ein Vorbild sein.

Damit steht der Film ganz im Zeichen des diesjährigen Themenschwerpunkts "Keine Morde am Schabbat: Die Kosher Nostra". Die Bezeichnung "Kosher Nostra" meint dabei jüdische Gangster in den USA des späten 19. Jahrhunderts.

Unter den gezeigten Filmen findet sich auch die österreichische Produktion "Carl Djerassi - Wiens verlorener Sohn" von Eberhard Büssem, der in Anwesenheit des Regisseurs und des Protagonisten am 5. Dezember im Votivkino gezeigt wird.
Berüchtigte Gangsternamen und Hollywood-Gesichter.
Maximilian Schell in "Little Odessa"
Doch es sind nicht nur berüchtigte Gangsternamen zu finden, auch Hollywood-Gesichter huschen über die Leinwand: So verkörpert Warren Beatty in Barry Levinsons "Bugsy" den Gangster Benjamin "Bugsy" Siegel, während Richard Dreyfuss in John McNaughtons "Lanksy" Meyer Lansky mimt.

Als hochkarätig dürfte auch die Besetzung von "Little Odessa" gelten, zu der unter anderem Maximilian Schell und Vanessa Redgrave zählen.
Little Odessa (Bild: Jüdisches Filmfestival Wien 2010)
Aus Filmtagen wurde ein Festival
Was als "Filmtage" begann und sich zu einer "Filmwoche" ausdehnte, ist seit drei Jahren ein gestandenes Festival und heuer stolze 19 Tage lang.

Das Ziel sei es, den Besuchern, "ganz im Sinne von Don Corleone aus 'Der Pate'", ein "filmisches Angebot" zu machen, "das Sie nicht ablehnen können", schreiben die Festivalinitiatoren Monika und Frederic-Gerard Kaczek im Programmheft zur bereits 18. Ausgabe des Festivals.
Der zweite Schwerpunkt liegt auf dem sephardischen Kino.
Kultur durch Migration
Eine weiterer Themenschwerpunkt liegt auf dem sogenannten sephardischen Kino. Darunter fallen Filme, die aus Frankreich, Israel und Marokko stammen und von dem orientalischen Judentum und damit den Sepharden erzählen, deren Wurzeln bis in die Iberische Halbinsel und den Maghreb reichen.

Die gezeigten Filme "sollen nicht nur die sephardische Kultur und Tradition vermitteln", so Monika Kaczek, "sondern sind auch ein Zeichen dafür, wie Kultur durch Migration weitergegeben wird und wie bereichernd die gegenseitige Beeinflussung ist".
Der Passagier/Welcome to Germany (Bild: Jüdisches Filmfestival Wien 2010)
Timna Brauer und Gerhard Gruber sorgen für das Musikprogramm.
In Gedenken an Filmlegenden
Zudem wird des vor wenigen Wochen verstorbenen Tony Curtis mit dem Film "Der Passagier - Welcome to Germany" aus dem Jahr 1988 gedacht. Curtis unterstützte seit dem Ende der 1980er Jahre die Pflege von Synagogen und jüdischen Friedhöfen in Ungarn und finanzierte die Große Synagoge in Budapest mit.

Keinen direkten jüdischen Bezug, dafür eine "subtile Analyse der Propagandamechanismen", zeigt Claude Chabrol im Film "Das Auge von Vichy". Der Film wird im Rahmen des Jüdischen Filmfestivals in memoriam des ebenfalls unlängst verstorbenen Filmemachers gezeigt wird.

Während des Festivals sorgen Timna Brauer und Band zu dem Thema "Sepharden" und die Live-Klavierbegleitung von Gerhard Gruber zu dem Stummfilm "Benja Krik" für musikalische Unterhaltung.
Ganz Österreich
Wien News

 
TV-Programm TV-Thek Radio Österreich Wetter Sport IPTV News