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MI | 11.04.2012
Sichergestelltes Kokain (Bild: Polizei)
CHRONIK
Drogenring gesprengt: "Kokain-Opa" in Haft
Die Polizei hat einen Wiener Drogenring gesprengt. 13 Dealer wurden festgenommen, darunter der Kopf der Bande: ein amtsbekannter 77-jähriger Wiener mit dem Szenenamen "Kokain-Opa".
Elf Personen sitzen in U-Haft.
Mit Kokain und Cannabis gehandelt
Im Zuge der Ermittlungen wurden 15 Telefone überwacht, bei den darauffolgenden Zugriffen wurden 13 Personen festgenommen, elf davon landeten in Untersuchungshaft. Insgesamt konnten die Ermittler dem Suchmittelring den Handel von acht Kilogramm Kokain und 30 Kilogramm Cannabis nachweisen.

Nach einem 53-jährigen Wiener wird derzeit noch gefahndet. Laut Polizei konnten weiters 17 Abnehmer ausgeforscht werden.
50 Schmuggelfahrten nachgewiesen
Ins Netz ging den Beamten bei den Zugriffen auch der inzwischen 77 Jahre alte "Kokain-Opa", der als Drahtzieher und Beschaffer der Drogen gilt.

"Wir konnten ihm insgesamt 50 Schmuggelfahrten von Amsterdam nach Wien nachweisen", sagte Winkler. Die Drogen habe er anschließend an Unterhändler weitergeleitet.
"Kokain-Opa" hat "23 Verurteilungen"
Laut einem Bericht der "Kronen Zeitung" handelt es sich bei dem Wiener um einen amtsbekannten Mann, der bereits "23 Verurteilungen" vorzuweisen hat und "schon die Hälfte seines Lebens hinter Gittern saß".

Dem Mann - für ihn gilt die Unschuldsvermutung - drohe nun eine neue Verurteilung. Aufgrund seines Alters soll der anfänglich als Einbrecher aktive Mann auf Drogenschmuggel umgesattelt haben.
"Er gesteht nur, wenn er es will"
Der 77-Jährige hatte einen Teil der Drogen in Häusern in Wien versteckt, in denen er unter dem Namen Johann Strauss Wohnungen angemietet hatte. Suchtgift fanden die Beamten in einem im Hof abgestellten Moped und in Mauervorsprüngen.

Die Mittäter stammen allesamt aus dem Umfeld des "Kokain-Opas". Die Einvernahme des Pensionisten gestaltete sich schwierig.

"Er gesteht nur, wenn er es will", hieß es. Durch den großen Indiziendruck habe er inzwischen allerdings einen Teil der Taten zugegeben. "Ein Geständnis ist vor Gericht ein Milderungsgrund. Der einzige, den er hat", meinte ein Ermittler.
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