Wien ORF.at
MI | 11.04.2012
Models (Bild: APA)
Betrug
Modelagentur-Betreiber verurteilt
Der Betreiber einer Modellagentur ist wegen versuchten schweren Betrugs zu einem Jahr Haft verurteilt worden. Er forderte von Nachwuchs-Models für ein Vorstellungsgespräch 590 Euro. Wer nicht zahlte, bekam einen "Inkasso-Brief".
Inkasso-Briefe schrieb der Mann von seinem Firmen-PC.
Drohende Briefe geschrieben
Der Mann wollte mit einer dreisten Methode junge Mädchen und Burschen "abzocken", so die Staatsanwaltschaft. Zuerst machte er den Nachwuchs-Models Hoffnung auf eine Model-Karriere, dann stellte er für eine Art "Vorstellungsgespräch" 590 Euro in Rechnung.

Als diese mangels erbrachter Gegenleistung nicht zahlten, schrieb er ihnen drohende "Inkasso-Briefe". Die Schreiben gaben vor, sie würden von einem Inkasso-Büro stammen, das von der Agentur mit dem Eintreiben der Forderung beauftragt worden war.

In Wahrheit hatte sie der Unternehmer selbst an seinem Firmen-PC verfasst, wozu er keine Genehmigung hatte.
Mehr als 1.000 Euro verlangt
Zudem stellte er auch noch exorbitante Mahnspesen und eine Inkassogebühr in Rechnung, so dass die Forderungen plötzlich weit über 1.000 Euro ausmachten.
Gericht glaubte Verteidigung nicht
Er habe eine eigene Inkasso-Abteilung gründen wollen und gleichsam darauf hin "vorgearbeitet", rechtfertigte sich der Mann vor Gericht. Die Gründung habe sich halt leider verzögert.

Das Gericht nahm ihm das nicht ab, sondern unterstellte ihm in der Urteilsbegründung "zweifelsfrei eine Täuschungsabsicht". Schließlich habe er seine Briefe nicht mit seinem, sondern einem fiktiven Namen unterschrieben.

Das Urteil ist nicht rechtskräftig.
Ganz Österreich
Wien News

 
TV-Programm TV-Thek Radio Österreich Wetter Sport IPTV News