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MO | 13.02.2012
Euros (Bild: APA)
Sommer
Opernproduktion saß Betrüger auf
Eine Wiener Opernproduktion ist einem Betrüger aufgesessen. Der Mann fungierte unter falschem Namen als Intendant der Produktion. Bevor die Zahlungen an die Künstler und diverse Firmen fällig waren, hat er sich abgesetzt.
Premiere abgesagt
Im Garten des Palais Schwarzenberg hätte die Opernproduktion stattfinden sollen. Die für Mittwoch geplante Premiere der Oper "Leonora" wurde jedoch abgesagt, die Kriminalpolizei eingeschaltet.

Denn der vermeintliche Intendant der Produktion habe sich bereits am Dienstag aus dem Staub gemacht, bestätigte man bei der Wiener Polizei.

Der Mann trat unter dem falschen Namen Peter Kafka auf und gab sich als Münchner Countertenor aus.
Seit 2004 per Haftbefehl gesucht
Mittlerweile ist klar, dass es sich um einen 29-Jährigen handelt, der bereits seit dem Frühjahr 2004 wegen Betrugs per Haftbefehl gesucht wird. Der Verdächtige beging offenbar bereits in Salzburg und München ähnliche Delikte.
Offene Rechnungen von teuren Hotels und Probebühnen und dem gesamten Opern-Team. 
Schaden von 420.000 Euro
Allein in Wien ließ er offene Rechnungen in der Höhe von 420.000 Euro zurück. Orchester, Regieteam und die Sänger stehen nach dem Abtauchen des Verdächtigen ohne Gage da.

"Die Liste der Geschädigten ist endlos", sagte Produzent Wolfgang Ritzberger. Über mehrere Anzahlungen habe der Verdächtige gefälschte Bankbelege präsentiert, darunter eine an das Palais Schwarzenberg für Mietkosten in der Höhe von 15.000 Euro.
"Er hat uns ständig erklärt, Geld ist kein Problem", so Ritzberger. Der Verdächtige habe betont, einen Sponsor an der Angel zu haben.
Streifte der Mann Sponsorengelder ein?
Wo der konkrete Nutzen der Aktion - etwa die Fälschung von Anzahlungen oder leere Gagenversprechungen - jedoch für den Verdächtigen gelegen sein könnte, ist noch unklar.

Der Regisseur mutmaßte, dass der Verdächtige entweder Sponsorengelder oder Einnahmen aus den Kartenvorverkäufen einstreifen wollte. 
Das Team sucht nun eine Möglichkeit, die Oper doch noch zu zeigen, und will das Bild des Verdächtigen auf die Homepage stellen
Der Intendant war im Vorfeld nur "oberflächlich" überprüft worden.
Der Verdächtige kann nicht singen
Man habe den vermeintlichen Intendanten in der Entstehungsphase der Zusammenarbeit "oberflächlich überprüft", schilderte der Regisseur.

Er habe sich als Countertenor vorgestellt, der einige Jahre nicht gesungen hatte, so Ritzberger. Während der Proben hätten einige Musiker dann jedoch bemerkt, dass der Verdächtige "nicht singen kann", sagte Ritzberger.
Teure Probebühnen
Doch das Renommee der Probestätten -  wie Musikverein und Konzerthaus - und der Aufwand der vom Verdächtigen in Auftrag gegebenen Kostüme hätten den Zweifeln entgegengewirkt.
Mitwirkende schöpften spät Verdacht
Erst als keine Zahlungen einlangten, habe man Verdacht geschöpft. "Er ist ein Profi und hat sein Verhalten und seine Aussagen gegenüber jedem von uns geschickt dosiert", sagte Ritzberger.

"Die Einzige, die Misstrauen hatte, war meine Frau. Und ich muss mir jetzt jeden Tag anhören, dass sie Recht gehabt hat."
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