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MI | 11.04.2012
Offener Bücherschrank
KULTUR
Offener Bücherschrank auch für Alsergrund
Vor einem Jahr ist in Wiens erster offener Bücherschrank aufgestellt worden. Wer will, kann sich ein Buch nehmen oder dazu stellen. Nach Neubau und Ottakring bekommt ab März der Alsergrund einen offenen Bücherschrank.
Seit einem Jahr gibt es die Büchertauschbörse auf dem Gehsteig in Wien.
Geben und Nehmen funktioniert
Wer die Plexiglastür öffnet, kann sich ein Buch aussuchen oder eines hineinstellen. Nach diesem Prinzip funktioniert der Kreislauf des offenen Bücherschranks nach einer Idee aus Deutschland.

Initiator Frank Gassner zeigte sich nach dem ersten Jahr im "Radio Wien"-Interview zufrieden. Die zwei Bücherschränke Ecke Zieglergasse-Westbahnstraße und in der Grundsteingasse/ Ecke Brunnengasse seien immer gut gefüllt. Das Geben und Nehmen funktioniert demnach also.

Neu eingestellte Bücher werden regelmäßig mit einem Aufkleber versehen oder abgestempelt, auf diese Weise können sie nicht weiterverkauft werden. Auch über Vandalismus an den Büchermöbeln konnte Gassner bisher nicht klagen.
Offener Bücherschrank
Die Kästen stehen in leichter Schräglage, dadurch sollen sie vor Witterung besser geschützt werden. Sie bieten jeweils Platz für rund 250 Bücher.
Frau nimmt Bücher aus Bücherschrank (Bild: APA/Georg Hochmuth) Dritter Bücherschrank am Alsergrund
Mitte März soll der dritte offene Bücherschrank im Heinz-Heger-Park beim Zimmermannplatz am Alsergrund aufgestellt werden. Das Projekt ist dem homosexuellen KZ-Überlebenden Heinz Heger gewidmet. Er ist der Autor des Buches "Die Männer mit dem rosa Winkel".

Der Nationalfonds der Republik für Opfer des Nationalsozialismus unterstützt das Projekt, dass den offenen Bücherschrank mit dem Ort verbinden wird. So wird jeden Tag ein neues Buchexemplar des Autors im Schrank zu finden sein.
Aus der eigenen Tasche bezahlt
Weitere offene Bücherschränke plant Gassner trotz Anfragen von anderen Bezirken nicht mehr. Denn schon bisher musste er die Material- und Behördenkosten für die Aufstellung aus der eigenen Tasche zahlen. Pro Kasten macht das rund 2.800 Euro aus. Der finanzielle Aufwand für neue Bücherkästen sei zu groß, meinte Gassner.
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