Wien ORF.at
MI | 11.04.2012
Krimi (Bild: Fotolia/G.G. Lattek)
KULTUR
Wien bekam erstmals eine Krimibühne
Tatort Landstraße: Seit Donnerstag lehren Krimiautoren die Besucher der ersten Wiener "Krimibühne" das Fürchten. Was Krimifans dort erwartet, hat Gründer Günther Zäuner wien.ORF.at verraten.
Günther Zäuner (Bild: Zäuner)
Am 30. März startet die "Wien Drei Krimibühne".
Namhafte Krimi-Autoren sollen kommen
"Alles, was in der österreichischen Krimi-Szene Rang und Namen hat, wird in Zukunft im Abstand von 14 Tagen aus aktuellen Werken lesen", versprach Zäuner, Kriminal- und Sachbuch-Autor, Journalist, Kabarettist und Gründer der "Wien Drei Krimibühne".

Welche Autoren im Restaurant "Wien Drei" aus ihren aktuellen Werken lesen werden, darüber hüllte sich Zäuner noch in Schweigen. Nur so viel: "Ich bin der erste, das Versuchskaninchen sozusagen."

Zum Auftakt las er aus dem siebten Band seines Krimiromans "Kokoschansky". In "Kokoschanskys Freitag" geht es um einen brutalen Banküberfall in einem Wiener Außenbezirk, bei dem es auch Tote gibt. An einem weiteren Band arbeitet er gerade.
Zäuner ist von einem Erfolg der Krimibühne überzeugt.
Zäuner glaubt an "Sex and Crime"
Geboren wurde die Idee Anfang Februar, Zäuner sprach von einer Nacht und Nebel Aktion: "Es ging alles ganz schnell. Ein Freund fädelte alles ein - ganz ohne Arbeitskreise, Verträge und langes Gerede war alles unter Dach und Fach", freute sich Zäuner.

An einem Erfolg der Krimibühne zweifelt Zäuner keine Sekunde: "Wer die Bestseller-Listen anschaut, erkennt, dass der Krimi-Boom anhält. Die Menschen sind besessen von Krimis", so der gebürtige Wiener, der von der alten Weisheit "Sex and Crime sells" überzeugt ist.

Für ihn sei das Krimischreiben "die einzige Form, Missstände im System anzuprangern, Kritik an Persönlichkeiten zu üben und investigativen Journalismus zu betreiben". Das Schreiben von Krimis eröffne ihm eine weitere Möglichkeit: "Ich kann töten, ohne bestraft zu werden. Im Grunde bin ich also ein Massenmörder", so der Autor weiter.
"Wien Drei Krimibühne" in der Leopoldstadt (Bild: Wien Drei)
Neben Krimi-Lesungen finden im Cafe Restaurant "Wien Drei" auch Konzerte und andere Veranstaltungen statt.
80 Plätze gibt es im Lokal, Vorreservierungen sind möglich.
Krimi: Kombination aus Spannung und Distanz
Die Kombination aus Spannung und Gruseln und der Distanz mache den Erfolg von Krimis aus. Zudem schätzten Krimi-Fans die Nähe zu den Autoren, "wollen sie persönlich kennen lernen und Passagen aus den Krimis aus ihrem Mund hören", so Zäuner, der auf regen Andrang bei der Premiere hofft, weiter.

"80 Plätze gibt es im Lokal, wer zuerst kommt, malt zuerst", sagte Zäuner, der aber auch im Falle eines Ansturms für jeden Krimi-Fan "ein Platzerl finden wird." Wer auf Nummer sicher gehen möchte, kann einen Platz vorreservieren.
Auch ausländische Autoren für Zäuner als Gäste vorstellbar.
Plattform für Krimi-Autoren schaffen
Die österreichische und besonders die Wiener Krimi-Autoren-Szene noch bekannter zu machen, sei sein Anliegen. Zudem wolle er noch weniger bekannten Autorinnen und Autoren eine Plattform bieten, sich und ihre Werke dem Publikum vorzustellen.

Wer auftritt, entscheidet Zäuner gemeinsam mit Claudia Rossbacher, der Leiterin der Plattform der Österreichischen Krimi-Autoren, nach einem einfachen Prinzip: "Ich möchte keinen benachteiligen oder bevorzugen, deswegen haben jene Autorinnen und Autoren mit einer Neuerscheinung Vortritt", erklärte Zäuner.

Ziel sei es, mit der Autorenauswahl dem krimibegeisterten Publikum eine möglichst aktuelle, breite Auswahl österreichischer Kriminalliteratur – auch abseits der Bestsellerlisten – zu bieten. Für die weitere Zukunft kann er sich auch ausländische Autoren als Gäste vorstellen.
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