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MI | 11.04.2012
Alfred Maleta
CHRONIK
Nach 21 Jahren: Ehrengrab für Maleta
Der frühere ÖVP-Nationalratspräsident Alfred Maleta ist am Montag in einem Ehrengrab der Stadt Wien auf dem Zentralfriedhof beigesetzt worden. Gestorben ist der Politiker aber bereits im Jahr 1990.
Der ehemals mächtige ÖVP-Politiker wird jetzt mit einem Ehrengrab gewürdigt.
Überführung aus Gmunden
Bisher war Alfred Maleta in Gmunden begraben, nun erfolgte die Überführung und Beisetzung in einem Ehrengrab. Am Vormittag fand die Beisetzung statt.

1981 hatte der ÖVP-Politiker vom damaligen Bürgermeister Leopold Gratz die Ehrenbürgerschaft der Stadt Wien verliehen bekommen. Maletas Wunsch soll es gewesen sein, in der Nachbarschaft zu seinen Mitstreitern, den Mitbegründern und Gestaltern der Zweiten Republik, begraben zu werden.
In der Nähe von Figl und Raab
Nun wurde der Wunsch nach vielen Jahren erfüllt. Vor einem Jahr hatte der Sohn des Verstorbenen, Andreas Maleta begonnen, alles dafür in die Wege zu leiten. Warum sein Vater nicht früher ein Ehrengrab erhalten habe? Er wisse es nicht, er selbst sei damals bis knapp vor dem Begräbnis im Ausland gewesen, meinte Andreas Maleta gegenüber wien.ORF.at.

Sein Vater fand seine letzte Ruhe nun auf dem Zentralfriedhof, - in der zweiten Reihe gleich hinter Politikerkollegen wie Leopold Kunschak, Julius Raab und Leopold Figl.
Alfred Maleta, 15.1.1906 -16.1.1990.
Drei Jahre im Konzentrationslager
Maleta wurde am 15. Jänner 1906 in Mödling bei Wien geboren. Im Alter von 16 Jahren übersiedelte er nach Linz, sein Jusstudium machte er in Graz, wo er 1932 promovierte. Nach seinem Studium begann Maleta sich politisch zu engagieren, wobei er sowohl in der Arbeitnehmervertretung, als auch in der Vaterländischen Front tätig war.

Über ideologische Grenzen hinweg wurde das Wirken Maletas stets von starkem sozialpolitischem Engagement geprägt.

Von 1938 bis 1941 saß er als politischer Häftling im KZ in Dachau und Flossenbürg. In den Jahren seiner Inhaftierung im Konzentrationslager plante er bereits mit inhaftierten Sozialdemokraten die Wiederrichtung der Zweiten Republik.
30 Jahre im Nationalrat
Ende 1945 zog Maleta, der stets ein Mann des Ausgleichs und der Versöhnung gewesen war, für den Wahlkreis Linz in den Nationalrat ein, dem er 30 Jahre - bis 1975 - angehörte.

Von 1961 bis 1962 war er Dritter Nationalratspräsident, von 1962 bis 1970 Erster Nationalratspräsident und von 1970 bis 1975 Zweiter Nationalratspräsident.
War auch ÖVP-Klubobmann
In der ÖVP hatte Maleta von 1952 bis 1960 die Funktion eines Generalsekretärs und von 1953 bis 1962 die des Klubobmannes inne. Außerdem war Maleta von 1960 bis 1971 ÖAAB-Bundesobmann und Stellvertretender ÖVP-Bundesparteiobmann.

Maleta hat sich auch als Verfasser vorwiegend zeitgeschichtlicher Publikationen einen Namen gemacht. Er leitete auch die Politische Akademie der ÖVP. Ferner war er jahrelang Herausgeber der Oberösterreichischen Nachrichten.
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