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MI | 11.04.2012
Musikerin Peaches (Bild: Angel Ceballos)
KULTUR
"femous" will Frauen ins Rampenlicht bringen
Das Projekt "femous" will bis September bei 100 Veranstaltungen weibliche Künstlerinnen, besonders Migrantinnen, in den Mittelpunkt stellen. Heute findet mit Musikerinnen aus aller Welt die Eröffnung statt.
Die Frauenvereinigung femous hat bis September viel vor.
Künstlerinnen aus Musik, Literatur und Film
"Wir wollten uns nicht auf einen Bereich spezialisieren, sondern flächendeckend Frauen in der Kulturszene in den Mittelpunkt rücken", beschreibt Organisatorin Susanne Rogenhofer die Idee hinter dem Projekt femous.

So werden sämtliche Bereiche in der Musik von Klassik über Jazz bis DJ-Kultur berücksichtigt. Auch Tanz-, Literatur- oder Filmbegeisterte finden passende Veranstaltungen im femous-Jahr, in dem bis September 100 Veranstaltungen an 200 Tagen stattfinden sollen.

"Die Kulturszene ist extrem männlich dominiert, egal welche Musik, ob Pop oder Elektronik. Auch Musikerinnen im klassischen Bereich haben es nicht leicht. Deshalb wollen wir aktiv eingreifen und haben Veranstalter aufgefordert, für diese Monate vermehrt weibliche Künstler zu buchen", so Rogenhofer weiter. "Auch unter Intendanten und Veranstalter gibt es kaum Frauen."
Das Team von femous (Bild: Markus Oberndorfer)
Die Vereinigung femous will in allen Bereichen der Kultur Frauen an die Front bringen.
Musik im Mittelpunkt, Diskussionen und Workshops am Rande.
femous auf Festivals
Veranstaltungen im femous-Jahr findet man unter anderem im Programm des Hip Hop Festivals, beim Trickfilmfestival, bei den Wiener Festwochen und beim Festival der Bezirke.

Beim Donau Festival geht es um die männliche Domäne Militär und Marsch. "Wir werden mit einem 50 Frau starken Orchester einmarschieren", kündigt Rogenhofer an. "Beim Donauinselfest fordern wir im Rahmen des Rock the Island-Contests vorwiegend migrantische Sängerinnen auf, mit eigenen Liedern teilzunehmen."

Doch nicht nur Auftritte von Künstlerinnen sollen gefördert werden. Es finden auch Diskussionen und Workshops statt, beim Popfest beispielsweise zum weiblichen Körper und zu Sexualität.
Ein weibliches Orchester
Das femous Orchestra, das im Rahmen des femous-Jahres häufig zum Einsatz kommt, wurde extra für die Aktion ins Leben gerufen. Es setzt sich aus Musikerinnen, Sängerinnen und Performance-Künstlerinnen zusammen.

"In Big Bands und Orchester sitzen großteils Männer. Mit dem femous Orchestra wollen wir zeigen: Wir haben tolle Musikerinnen", so Rogenhofer. Anlässlich des 100. Frauentages wurden Frauen-Arbeitslieder aus aller Welt neu arrangiert. Ob Reispflückerinnen- oder Partisaninnenlieder, sie wurden für das Orchester neu aufbereitet.

Das femous-Orchester eröffnete bereits die Ausstellung "Feste.Kämpfe-100 Jahre Frauentag" im Volkskundemuseum und wirkt auch bei der Eröffnung des Donau Festivals mit.
Matilda Leko (Bild: Andreas Müller)
Matilda Leko ist Mitglied im femous-Orchester und tritt bei der Eröffnungsparty auf.
Célia Mara (Bild: femous) Feminismus ist unsexy
Eines der Highlights des femous-Jahres ist die Eröffnung des Veranstaltungsreigens. In der Ottakringerbrauerei sollen bereits verschiedene Genres vorkommen: Elektronik, Jazz, Jodeln, Tanz und Mainstream. Für diesen sorgen zum Beispiel die Roundergirls.

Der Schwerpunkt liegt aber auf Migrantinnen: Celia Mara aus Brasilien oder das DJane-Kollektiv "Brunnhilde" mit Migrantinnen aus dem Libanon, Polen und der Türkei treten auf. Das Tanz-Jugendensemble "Yiasa" kommt aus Simbabwe.

"Der Begriff Feminismus ist ja total unsexy. Wir wollen diesen umformulieren, auch Männer ins Boot holen und ihn mit einem fetzigeren Image ausstatten", so Rogenhofer.
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