Wien ORF.at
MI | 11.04.2012
Kind mit Radhelm (Bild: KFV)
UMFRAGE
Mehrheit für Radhelmpflicht bei Kindern
Ein Großteil der Bevölkerung befürwortet offenbar die geplante Einführung einer Radhelmpflicht für Kinder: Bei einer Umfrage unter Auto- und Radfahrern haben sich 96 Prozent dafür ausgesprochen.
Kuratorium für Verkehrssicherheit begrüßt Gesetzesnovelle.
Novelle noch vor dem Sommer geplant
Bei der vom Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) in Auftrag gegebenen Umfrage waren 91 Prozent sogar für eine Radhelmpflicht bis zum vollendeten 15. Lebensjahr.

Die Novelle der Straßenverkehrsordnung (StVO), mit der die Radhelmpflicht - laut KFV für Kinder bis zwölf Jahre - kommen könnte, soll vor dem Sommer im Parlament beschlossen werden.

Sie würde "die Helmtragequote deutlich erhöhen und damit das Risiko schwerer Kopfverletzungen reduzieren", sagte KFV-Direktor Othmar Thann.
Gesetzliche Helmpflicht für Kinder zu begrüßen?
23.83 % Ja, auf alle Fälle
76.17 % Nein, können Eltern selbst Entscheiden
600 Auto- und Radfahrer wurden befragt
An der Erhebung haben laut dem Kuratorium 600 repräsentativ für die Gruppe der Auto- und Radfahrer ausgewählte Personen teilgenommen. 77 Prozent hielten eine Pflicht für sinnvoller als die reine Empfehlung.

Damit würde die Tragequote deutlich steigen, meinten zwei Drittel. 87 Prozent der befragten Radler gaben an, dass eine Helmpflicht keine Auswirkungen darauf hätte, wie oft sie aufs Fahrrad steigen. Fast alle befragten Eltern würden sich an die Helmpflicht halten - auch ohne Strafandrohung.
VCÖ warnt vor negativen Folgen
Der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) hingegen warnt vor möglichen negativen Folgen: Nach einem Unfall könnten auf die Eltern große Probleme im Kampf ums Schmerzensgeld zukommen.

Fatal sei überdies, "dass Kindern das Gefühl gegeben wird, dass sie mit dem Helm sicher sind und sie dadurch wilder herumfahren", kritisierte VCÖ-Experte Martin Blum.
VCÖ: Zahl der beim Radfahren verletzten Kinder seit 2000 um 40
Prozent zurückgegangen.
Unfälle von Kindern mit Rad rückläufig
Seit dem Jahr 2000 sei die Zahl der beim Radfahren verletzten Kinder um 40 Prozent zurückgegangen ist: 2010 wurden bei Verkehrsunfällen weniger als 600 radelnde Kinder bis 14 Jahre verletzt, im Jahr 2000 seien es noch 1.027 gewesen, berichtete der VCÖ. Fast neun von zehn Kindern tragen laut Martin Blum bereits einen Radhelm.

80 Prozent der Kinder, die im Straßenverkehr verunglücken, seien nicht mit dem Fahrrad unterwegs, sondern im Pkw, zu Fuß oder mit einem anderen Verkehrsmittel. Der VCÖ führt eine Unterschriftenaktion für "kindgerechten Verkehr statt Radhelmpflicht" durch.
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