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MI | 11.04.2012
Bandion-Ortner (Bild: APA/HERBERT PFARRHOFER)
LEUTE
Richter wehren sich gegen "Abqualifizierung"
Die Richter des Wiener Landesgerichts wehren sich gegen die "Abqualifizierung richterlicher Tätigkeit" nach diverser Kommentare zum neuen Bereich von Claudia Bandion-Ortner. Die Ex-Justizminsterin will nun ein Buch schreiben.
Richter und Justizministerium wehren sich.
Gleicher Stellenwert für sämtliche Verfahren
Bandion-Ortner wird am Straflandesgericht eine Berufungs-Abteilung für Urteile des Bezirksgerichts übertragen. Fakt ist dabei: Sie wird in dieser Funktion künftig auch für Wirtshausschlägereien, Hundebisse und ähnliche Fälle zuständig sein.

Gerichtspräsident Friedrich Forsthuber sah in der medialen Berichterstattung darüber eine "beispiellose Geringschätzung der unabhängigen Rechtsprechung". Sämtliche Verfahren hätten den gleichen Stellenwert, gleichgültig vor welchem Gericht, hieß es auch aus dem Justizministerium.

Forsthuber dementierte auch Mutmaßungen, dass Bandion-Ortner bei ihrer Rückkehr ins Landesgericht ein rauer Wind entgegenschlagen werde.
Bandion-Ortner plant Buch
Bandion-Ortner meinte unterdessen in einem Interview mit der Tageszeitung "Kurier", dass sie "zu allem bereit sei". "Man muss nehmen, was gerade frei ist. Man kann ja keine Abteilung für mich aus der Luft zaubern", so Bandion-Ortner.

Neben ihrer richterlichen Tätigkeit will sie ein Buch schreiben und "Einblicke einer Quereinsteigerin" geben. Aus ihrer Zeit als Justizministerin bereut Bandion-Ortner nur eines: "Man sollte sich nicht zu sehr auf Berater verlassen. Vor allem bei der Pressearbeit. Da hätte ich mehr auf meinen Bauch hören sollen."
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