Wien ORF.at
MI | 11.04.2012
Mann ärgert sich über seinen Laptop (Bild: Fotolia/Jürgen Fälchle)
LIFESTYLE
Ratgeber: Mit Erfolg Niederlagen meistern
Wer scheitert, macht oft äußere Umstände dafür verantwortlich. Dass man den eigenen Misserfolg als solchen akzeptieren soll und welche Wege aus dem Tief führen, ist in Christine Steindorfers und Gerhard Scheuchers Buch nachzulesen.
Das aktuelle Buch beinhaltet Fragebögen und Checklisten für die Leser.
Auf Sachbuch folgt Praxisratgeber
"Die Aufwärtsspirale" heißt der neue Business-Ratgeber. Die beiden Autoren präsentieren darin neue Erkenntnisse zum Scheitern, die ihr Vorgänger-Buch "Die Kraft des Scheiterns" ergänzen sollen. Darin erzählten prominente Personen wie Erhard Busek, Rainer Schönfelder und Barbara Stöckl ihre persönlichen Erfahrungen mit dem Scheitern.

"'Die Kraft des Scheiterns' ist ein Sachbuch mit human touch, 'Die Aufwärtsspirale' ist nun ein Praxisbuch. Mit Grafiken, Checklisten und Fragebögen soll der Leser herausfinden, wo er steht und seine Scheiteranfälligkeit testen können", unterscheidet Autorin Christine Steindorfer gegenüber wien.ORF.at die beiden Ratgeber.

Diese beziehen sich auf berufliches Scheitern, sind laut Steindorfer also für alle geeignet, die im Berufsleben stehen.
Frau und Mann, die im Beruf Misserfolg hatten (Bild: Fotolia/Robert Kneschke)
Die Ratgeber beziehen sich auf berufliches Scheitern.
Man ignoriert Anzeichen eines Misserfolges und gibt anderen Schuld.
Die drei Phasen des Scheiterns
Neue Erkenntnisse für das aktuelle Buch wurden aus Tiefeninterviews mit Coaches und Beratern, die beruflich mit Scheitern zu tun haben, gewonnen. Eine dieser neuen Erkenntnisse ist, dass Scheitern in Phasen abläuft.

"Die erste nennen wir Geisterfahrerphase. Man steckt sich ein Ziel, das kaum oder unmöglich zu erreichen ist und ist somit gegen die Fahrbahn unterwegs", so Steindorfer. "Danach folgt die Selbstverleugnungsphase. Die Fehleranfälligkeit erhöht sich und man ignoriert bewusst sämtliche Anzeichen des drohenden Misserfolgs."

Die Feindbildphase sei die letzte Phase, in der man in eine Art Aktionismus verfalle. "Man tut und tut und tut, obwohl man weiß, dass es keinen Sinn mehr hat", fasst Steindorfer zusammen. Anstatt nach Alternativen zu suchen, pulvert man zum Beispiel weiterhin Kraft und Geld in eine Sache, um doch noch zum Erfolg zu kommen, obwohl dies längst aussichtslos ist.
Die Autoren
Gerhard Scheucher und Christine Steindorfer (Bild: Pilo Pichler)Gerhard Scheucher ist seit Mitte der 90er Jahre Berater für Organisations- und
Kommunikationsstrategien. Zu seinen Klienten
zählen Unternehmen im In- und Ausland. In
mehreren Sachbüchern, Fachbeiträgen, Vorträgen und einem eigenen Weblog setzt er sich mit aktuellen gesellschaftspolitischen Fragen auseinander.

Christine Steindorfer ist als PR- und Kommunikationsberaterin tätig. Ein Schwerpunkt ihrer Arbeit ist die Imagebildung. Die Frage der Eigendefinition und Fremdzuschreibung von Identitäten ist dabei wesentlich. Seit 2006 zählt sie Scheitern zu ihrem Spezialgebiet. An der Universität Wien ist sie als Lektorin tätig.
"Niemand scheitert, weil die Welt schlecht ist."
Nicht in Selbstmitleid suhlen
Um aus diesen Phasen herauszukommen, ist es zunächst wichtig, einzusehen, dass der Fehler bei einem selber liegt. Weiters soll man sich und anderen gegenüber offen und ehrlich damit sein. Nicht in Selbstmitleid suhlen und den Misserfolg als solchen akzeptieren sind weitere Tipps.

"Niemand scheitert ganz und ausschließlich, weil die Welt schlecht ist", so Steindorfer. "Politik, Wirtschaft und andere äußere Umstände können dazu beitragen, dass sich etwas verschlechtert, sie sind aber nie ausschließlich am Scheitern schuld."
Aus der Abwärtsspirale befreien.
Reichen mein Können und mein Wissen?
"Wichtig ist die Selbstreflexion: Was tue ich da eigentlich? Ist mein Ziel mit meinen Fähigkeiten, meinem Wissen, meinem Können und mit meinem Team tatsächlich zu erreichen?", so Steindorfer weiter.

"Offensiv mit dem eigenen Scheitern umgehen, Hilfe holen und erkennen 'Wenn ich so weiter mache, geht alles den Bach runter, wenn ich die Notbremse ziehe und Hilfe hole, kann ich das abwenden': So kann man sich aus der Abwärtsspirale befreien", rät die Autorin.

Laura Leuchtenmüller, wien.ORF.at
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