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MI | 11.04.2012
Doppelkopf Skulptur von Franz Hagenauer
KULTUR
Beliebtes Design der Werkstätten Hagenauer
Nicht nur Sängerin Barbra Streisand liebt sie: die Designobjekte der Werkstätten Hagenauer. Derzeit werden die kunstvollen Stücke in der Ausstellung "Hagenauer. Wiener Moderne und neue Sachlichkeit" im Wagner:Werk präsentiert.
 Figur "Gefeierter Showstar der 1920er Jahre Ð Josephine Baker" von Karl Hagenauer
Ein Stück Designgeschichte
Erstmals seit 40 Jahren ausgestellt
Im großen Kassensaal von Otto Wagners Postsparkasse sind rund 200 Objekte der Werkstätten Hagenauer (1898 - 1987) zu entdecken.

Der Bogen der Stücke spannt sich von einfachen Bronzefiguren über Kerzenleuchter und Silberdosen bis hin zu Holzfiguren und Kopfplastiken. Gezeigt werden vorwiegend Exponate in Metall, aber auch aus Holz.

In Österreich gab es bisher erst eine Präsentation von Hagenauer-Werken. Erstmals seit 40 Jahren werden sie nun der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
1898 von Carl Hagenauer gegründet.
Die Geschichte der Werkstätten
Mit der Schau wurde die Geschichte der Werkstätten Hagenauer - auch wissenschaftlich - aufgearbeitet: Sie wurden - zunächst als eine Werkstatt - im Jahr 1898 von Carl Hagenauer in Pressburg gegründet. 1901 übersiedelte er nach Wien.

Er erzeugte klassische Wiener Bronzewaren. Dann nahm der Jugendstil Einfluss, die Linien wurden fließend, die Formgebung natürlicher und weicher. Hagenauer avancierte laut Kuratorin Olga Kronsteiner zu einem führenden Vertreter des metallverarbeitenden Kunstgewerbes der Wiener Moderne.
Werkstätten Hagenauer (1898-1986), Kerzenleuchter mit stilisierten Tieren
Innovatives Design
Mit der Übernahme des Betriebes durch seine Söhne Karl und Franz erfolgte eine stilistische Wende - hin zur neuen Sachlichkeit: Üppig verzierte Vasen und reliefierte Schalen wichen Objekten mit klaren geometrischen Konturen.

Die beiden Brüder nahmen mit ihrem Design jene Entwicklung vorweg, die später unter dem Begriff "Nordisches Design" geläufig werden sollte. "Sie waren innovativ und ihrer Zeit im Design voraus", erklärte Kronsteiner.

Franz Hagenauer fand dabei seine künstlerische Erfüllung weniger im Entwurf von Gebrauchsgegenständen, sondern in der bildhauerischen Tätigkeit. Er schuf unter anderem metallene Kopfplastiken und Torsi.
1987 wurde der Betrieb zugesperrt.
Exporte bis in die USA
Durch den Zweiten Weltkrieg wurde der wirtschaftliche Erfolg der Werkstätte Hagenauer unterbrochen. Der Betrieb war bereits in den 20er Jahren weit über die Grenzen Europas hinaus bekannt und hatte sogar bis in die USA exportiert.

In der Nachkriegszeit wurde die Produktpalette um Tierfiguren und Gebrauchsgegenstände aus Holz erweitert. Diese wurden ab 1945 in einer Drechslerwerkstatt in Salzburg hergestellt.

Aus der Werkstatt wurden die Werkstätten Hagenauer. 1987, ein Jahr nach dem Tod Franz Hagenauers - sein Bruder Karl war schon früher gestorben - wurde der Betrieb zugesperrt.
Auf dem Kunstmarkt sehr beliebt.
In alle Welt verstreut
Nach der Schließung wurden die Hagenauer-Objekte in alle Richtungen verstreut. Auf dem Kunstmarkt erfreuen sie sich seit Jahrzehnten anhaltender Beliebtheit, so Kronsteiner.

Viele Exponate befinden sich in Privatsammlungen, darunter etwa in jenen von Barbra Streisand und Andy Warhol. Auch die Exponate aus der Ausstellung sind private Leihgaben. Die Ausstellung läuft bis 30 Juli.
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