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MI | 11.04.2012
Goldenes Brett vor dem Kopf (Bild: goldenesbrett.at)
CHRONIK
"Herausragendster Unfug" wird gesucht
Den "herausragendsten Unfug des Jahres" sucht die Gesellschaft für Kritisches Denken. Jeder kann Vorschläge einbringen. Am 2. Juni wird im Naturhistorischen Museum in Wien das "goldene Brett" an den Sieger vergeben.
Eindrucksvolle Beispiele von Unfug gesucht
Es sind Meldungen wie jene erst kürzlich erschienene über einen Buben, an dessen Körper angeblich Gabeln und Löffel haften bleiben, die die Gesellschaft für Kritisches Denken (GKD) initiativ werden haben lassen.

Sie will jene auszeichnen und vor den Vorhang holen, die im vergangenen Jahr mit den absurdesten Argumenten und dem hartnäckigsten Widerstand gegen Kritik am eindrucksvollsten demonstriert haben, dass sie ein sprichwörtliches "Brett vor dem Kopf" haben.
Ausschlaggebend ist etwa der Grad der Abwegigkeit.
Bewertet wird nach sieben Kriterien
Neun Mitglieder sitzen in einer Jury, die sich unter anderem aus Science Buster Werner Gruber, dem Biomediziner Michael Horak und dem Wissenschaftsredakteur Florian Aigner zusammensetzt.

Sie beurteilen die Nominierungen nach sieben Kriterien: dem Grad der Abwegigkeit, der Kritikresistenz, dem kommerziellen Interesse, dem Aktionsradius, der Pseudowissenschaft, dem Gefahrenpotenzial und dem Wirkungsspektrum.
Mysteriöse Ornamente in einem Feld (Bild: Fotolia/maurosessanta)
Nominierungen sind noch bis 27. Mai möglich.
UFO-Entführungen und Übernatürliches
Beurteilt werden Nominierungen, die noch bis 27. Mai auf der Homepage eingereicht werden können. Bis jetzt wurden unter anderem Initiativen nominiert, die mit UFO-Entführungen, mysteriösem Heilungszauber, übernatürlichen Kräften und verqueren Verschwörungstheorien zu tun haben. Beispiele dafür finden sich auf der Homepage Goldenes Brett.

Allen Nominierungen gemeinsam ist, dass "keine esoterisch-skurrile Verrücktheit so unwissenschaftlich ist, dass sie nicht doch irgendwo jemand glauben würde", so die GKD. Die teils sehr ausführlichen Begründungen würden aber nur innerhalb der Jury verwendet und nicht veröffentlicht.
Goldenes Brett wird am 2. Juni verliehen.
Aufklärung und Information als Ziele
"Die GKD ist die Wiener Lokalgruppe der GWUP (Gesellschaft zur Wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften), vernetzt in der internationalen Skeptikerbewegung.

Zu den Zielen der Skeptiker gehört Aufklärung und Information über Pseudowissenschaft und Scharlatanerie, eine Festigung des skeptisch-naturwissenschaftlichen Weltbildes und die wissenschaftliche Überprüfung parawissenschaftlicher Behauptungen", heißt es auf der Homepage der Gesellschaft.

Die drei nominierten Kandidaten werden am 30. Mai 2011 bekannt gegeben. Das goldene Brett wird am 2. Juni im Naturhistorischen Museum Wien verliehen.
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