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MI | 11.04.2012
WU-Rektor Christoph Badelt (Bild: APA/Herbert Pfarrhofer)
BILDUNG
WU will höheres Budget einklagen
Auf dem Rechtsweg will Christoph Badelt, Rektor der Wirtschaftsuniversität Wien (WU), um ein höheres Budget kämpfen. Bis 2012 verlangt er zusätzlich 64,4 Millionen Euro, Wissenschaftsminister Töchterle (ÖVP) zeigte Verständnis.
Ausbau der Kapazitäten um zwei Drittel möglich.
Zusätzlich 64,4 Millionen Euro gefordert
"So geht es nicht mehr weiter. Ich stell mich jetzt auf die Hinterfüße", begründete Badelt seine Ankündigung. Er will sich dagegen wehren, dass der Gesetzgeber vorschreibe, dass eine Uni alle Studierenden aufnehmen müsse, gleichzeitig die Regierung aber nicht ausreichend Mittel zur Verfügung stelle.

Mit den geforderten zusätzlichen 64,4 Millionen Euro wäre laut Badelt ein Ausbau der Kapazitäten der WU um zwei Drittel möglich. Die Summe wurde aus der Zahl der Studenten errechnet, die über die eigentlichen Kapazitäten der WU hinausgehen.

Diese würden im Bachelorstudium bei 1.300 Absolventen und 3.700 Studienanfängern liegen. In den letzten drei Jahren hätten jedoch durchschnittlich mehr als 6.000 Personen inskribiert. Das Budget der WU liegt bei 99,3 Millionen Euro pro Jahr.
Entscheidung der Schlichtungskommission
Nun wird eine Schlichtungskommission zusammentreten, von der Badelt hofft, dass sie dem Wissenschaftsministerium eine Budgeterhöhung vorschreibt. Der Rektor der WU schätzt die Erfolgschancen dazu hoch ein, auch wenn die WU mit dem Schlichtungsverfahren "juristisches Neuland" betrete.

Hans Sünkel, Präsident der Universitätenkonferenz, rechnet damit, dass das Verfahren für die WU "positiv ausgeht". Im Erfolgsfall würden andere Universitäten dem Beispiel Badelts folgen: "Die Zeit ist reif, das zu tun. Gut, dass Badelt begonnen hat." Auch die Österreichische Hochschülerschaft (ÖH) unterstützte Badelts Vorstoß.
Notfallparagraf kam nicht zur Anwendung
Dass der Notfallparagraf 124b, mit dem die WU Zugangsbeschränkungen einführen sollte, nicht zur Anwendung kommt, liegt laut Wissenschaftsminister Töchterle an der SPÖ. Dafür brauche es einen einstimmigen Ministerratsbeschluss und den habe der Koalitionspartner bisher nicht ermöglicht.

Töchterle sah sich dagegen in seine Vorhaben, eine Studienplatzfinanzierung einzuführen, bekräftigt: "Sie bringt mehr Fairness und Transparenz."
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